Aktuelles
Frau erstellt DIPAT-Patientenverfügung

Patientenverfügung 2019 – was steht drin?

5 min Lesedauer

10. Januar 2019 (aktualisiert am 7. Mai 2019)

Sie kennen diese Situation: Jemand aus dem Umfeld ist plötzlich pflegebedürftig geworden und Sie fragen sich: „Kann mir das auch passieren? Wie kann ich das verhindern?“

 

Sicherlich wissen Sie schon, dass eine Patientenverfügung Sie gegen Überbehandlung schützen kann. Sie beugen damit einer Situation vor, die Menschen jedes Alters und jederzeit treffen kann.

Wenn ein Notfall auftritt und schnell über Ihre medizinische Behandlung entschieden werden muss, sind Angehörige selten in der Lage, objektiv zu entscheiden. Ohne ausführliche Patientenverfügung liegt Ihr Schicksal dann in den Händen des Arztes, der sich fast immer für Ihr Weiterleben entscheiden wird. Ganz gleich, wie dieses Weiterleben aussieht.

Wer bis zum Schluss über sein Leben selbst bestimmen will, sollte eine aktuelle, individuelle Patientenverfügung erstellen – und diese so ausführlich und präzise wie möglich formulieren. Eine präzise formulierte Patientenverfügung ist für Ärzte verbindlich. Sie legen darin fest, in welchen Situationen Sie nicht weiterleben wollen oder welche Eingriffe Sie ablehnen.

Doch wie muss eine Patientenverfügung aussehen?

In diesem Artikel erfahren Sie:

Hier Patientenverfügung erstellen

Was muss 2019 in einer Patientenverfügung stehen?

Zunächst sollten Sie Vorstellungen zu Ihrer eigenen Lebensqualität formulieren: Treffen Sie eindeutige Auskünfte über Pflege- und Hilfsbedürftigkeit, Auskunftsrechte von Angehörigen und Vertrauten und Organspende.

Beschreiben Sie außerdem konkrete ärztliche Maßnahmen, „etwa durch Angaben zur Schmerz- und Symptombehandlung, künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Wiederbelebung, künstlichen Beatmung, Antibiotikagabe oder Dialyse“. (BGH, 08.02.2017 – XII ZB 604/15, 31b)

 

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es 2019?

Über die rechtliche Gültigkeit einer Patientenverfügung hat der BGH viele Einzelentscheidungen getroffen. Die aktuellste BGH-Entscheidung vom November 2018 bekräftigt erneut die wichtigste Anforderung des Gerichts: Sie verlangt von einer wirksamen Patientenverfügung, dass sie ausreichend konkret ist. Dazu muss sie eine Erklärung beinhalten, die konkrete ärztliche Maßnahmen erlaubt oder untersagt. Diese Maßnahmen müssen einzeln benannt werden.

Außerdem muss die Verfügung erkennen lassen, unter welchen speziellen Gegebenheiten (z.B. in welchem Gesundheitszustand) sie gelten soll. Im Notfall ist ein Arzt mit einer sehr komplexen Situation konfrontiert. Eine Patientenverfügung mit präzisem Fachtext gibt dem Arzt die Möglichkeit, ohne jeden Zweifel zu erkennen, wie er Sie behandeln soll. Er weiß dann eindeutig, welche Behandlungsfolgen für Sie tragbar sind oder in welchem Fall Sie nicht weiterleben wollen.

Wegen der medizinischen Komplexität sollte Ihnen beim Erstellen ein Experte zur Seite stehen. Die Hinzuziehung von Fachärzten insbesondere der Notfall-, Intensiv- und Palliativmedizin ist hierbei zu empfehlen.

 

Wo finde ich die Vorlage für eine Patientenverfügung?

Viele Menschen nehmen an, dass es eine Standard-Vorlage für Patientenverfügungen gibt. Das ist leider ein verbreiteter Irrtum. Häufig finden Sie Anbieter, die Empfehlungen und Muster für Patientenverfügungen zur Verfügung stellen, aber diese sind im Einzelfall meist nicht ausreichend. Bereits im Juli 2016 erklärte das BGH faktisch Millionen solcher Patientenverfügungen für wirkungslos, weil diese zu unpräzise waren.

 

Warum gibt es keine Standardvorlage für Patientenverfügungen, die für jeden passt?

Weil jeder Mensch andere Behandlungswünsche, eine andere Krankengeschichte und andere Wertvorstellungen hat. Es geht um die Zukunft Ihrer Lebensqualität, daher sollten Sie eine individuelle Patientenverfügung erstellen lassen, die maßgeschneidert zu Ihnen passt.

 

Wer erstellt mir eine aktuelle, individuelle Patientenverfügung?

Seit drei Jahren sorgen wir von DIPAT für ausführliche und inhaltlich präzise Formulierungen, anhand derer ein Arzt weiß, wie er handeln muss. DIPAT wurde gegründet, um mehr Klarheit und Sicherheit bei Patienten und Ärzten zu schaffen. Die DIPAT-Patientenverfügung ist klar formuliert, ausführlich, kann sofort aktualisiert und abgerufen werden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Arzt binnen Minuten eine Entscheidung treffen muss.

 

Wie kann ich sicherstellen, dass meine Verfügung vom Arzt umgesetzt wird?

Wenn Sie eine wirksame Patientenverfügung erstellt haben, wollen Sie natürlich sicherstellen, dass der Arzt dieses Dokument im Notfall auch finden kann. An diesem Punkt scheitern viele Patientenverfügungen. Der Grund? Die Verfügungen sind oft erst zu spät im Krankenhaus. Erst nach durchschnittlich drei Tagen erreichen die Dokumente den behandelnden Arzt. Manche Verfügungen können aber auch gar nicht erst gefunden werden. Das Problem der mangelnden Verfügbarkeit muss gelöst sein, bevor Ihr Behandlungswille wirksam umgesetzt werden kann.

 

Der DIPAT-Notfallaufkleber auf der Versichertenkarte

 

DIPAT hat deswegen einen einzigartigen Notfall-Aufkleber erfunden. Und so einfach funktioniert er: Ihre Patientenverfügung wird bei DIPAT online in einem “persönlichen Tresor” hinterlegt. Der Tresor kann nur mit Ihrem persönlichen Code und Ihrer Versichertennummer geöffnet werden. Damit Retter Ihre Patientenverfügung im Notfall abrufen können, ist der Code auf Ihrem Notfall-Aufkleber aufgedruckt. Dieser Aufkleber befindet sich auf Ihrer Versichertenkarte, denn die wird im Notfall immer zuerst gesucht. Retter benötigen lediglich eine Internetverbindung, um den Tresor für Ihre Patientenverfügung zu öffnen, Ihre Verfügung zu lesen und Ihre Behandlungswünsche sofort umzusetzen.

Die DIPAT-Patientenverfügung kann ständig aktualisiert werden und kostet im Jahr 48 Euro. Mit dieser digitalen Patientenverfügung werden Ihre Behandlungsvorstellungen für medizinische Situationen, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Organspende, das Auskunftsrecht für Angehörige und weitere medizinische Details geklärt.

Nutzen Sie DIPAT jetzt 30 Tage gratis. Wenn Ihnen der Testmonat gefallen hat, müssen Sie nichts tun. Sie wechseln automatisch in den DIPAT-Tarif von 48 € pro Jahr. Sagt Ihnen DIPAT nicht zu, kündigen Sie im Testmonat gratis. Ihre Patientenverfügung behalten Sie in jedem Fall.

4 Kommentare

Kommentieren

  1. Dr. phil. Günter Brandenburg, Psychotherapeut in eigener Praxis (28.02.2018 - 14:55 Uhr)

    Vor ein paar Tagen entdeckte ich DIPAT im Internet und mir war sofort klar, die will ich auch haben. Warum? Eine Patientenverfügung habe ich schon vor Jahren angefertigt. Sie hat mich beruhigt, als ich sie vor meiner Hüft Operation beim Stationsarzt abgeben konnte. Ich fühlte mich sicher, gut vorgesorgt zu haben. Leider kann man nicht alles so planen, wie eine OP. Bei einem Unfall nützt mir die Patientenverfügung leider wenig, Weil der Notarzt davon keine Kenntnis hat. Meine Chipkarte mit dem entsprechenden Aufkleber habe ich meistens bei mir. So kann der Notarzt in wenigen Minuten genau in Erfahrung bringen, was meine Wünsche sind. Kurz um ich bin begeistert und hatte nach dem Ausfüllen des Fragebogens von DIPAT ein sehr, sehr gutes Gefühl. Ich sage Danke, DASS ICH DIPAT NUTZEN darf.

    • Franziska Weber (28.02.2018 - 15:11 Uhr)

      Lieber Herr Dr. Brandenburg,
      vielen Dank für Ihren positiven Kommentar. Wir freuen uns sehr, dass wir Ihnen mit unserer DIPAT-Patientenverfügung weiterhelfen können. Sprechen Sie weiterhin so offen über Ihre Patientenverfügung und ermutigen Sie andere Menschen darin, selbst über ihr Leben zu bestimmen.
      Viele Grüße, Ihr DIPAT Team

  2. Günter Müller (17.02.2019 - 15:15 Uhr)

    In Ihrer 6-seitigen Beispiel-Patientenverfügung ,erstellt 6.3.2016 wimmelt es von med.Fachausdrücken.Es ist für Nichtmediziner sehr mühsam ,die deutschen Übersetzungen zu finden.Das macht Ihr System für eine Voraborientierung nicht gerade benutzerfreundlich!
    Wo finde ich ein Muster,(möglichst v.2019 )

    • Janine Kaczmarzik (08.05.2019 - 13:16 Uhr)

      Lieber Herr Müller,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung und Entschuldigung für die späte Rückmeldung unsererseits.

      Die Beispiel-Patientenverfügung enthält so viele Fachausdrücke, weil sie die Handlungsanweisung für die behandelnden Ärzte in einer Notsituation ist. Um den Willen eines Patienten wirksam zu schützen, sind medizinisch präzise Formulierungen wie in diesem Dokument zwingend erforderlich.

      So eine für Ärzte verständliche Patientenverfügung können auch Nichtmediziner bei DIPAT ganz einfach mithilfe eines Online-Interviews erstellen. Dazu können Sie sich auf unserer Startseite registrieren und im Rahmen des Interviews viele leicht verständliche Fragen beantworten, durch die Ihr Behandlungswille detailliert erfasst wird. Dabei erhöhen Beispiele und Erklärungen die Anschaulichkeit zusätzlich. Anschließend werden Ihre Antworten automatisch in in eine individuelle Patientenverfügung mit medizinisch präzisen Formulierungen wie im Beispiel übertragen.

      Wir hoffen, diese Erklärung war für Sie hilfreich. Wenn Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich gern jederzeit an unseren Kundendienst.

      Viele Grüße aus Leipzig
      Ihr DIPAT-Team

Kommentar verfassen

Felder mit * sind Pflichtfelder