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Antworten und Hilfe

Die 5 häufigsten Fragen & Antworten

ear-listening  Diese Antworten auch zum Anhören, aus dem Interview mit Dr. Paul Brandenburg auf RadioBERLIN 88,8 (vollständiges Interview hier).

 

1. Warum versagen bisherige Patientenverfügungen?

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Die meisten Patientenverfügungen, die sich im Umlauf befinden, sind aus ärztlicher Sicht wertlos – egal ob Sie mit Ankreuzvordrucken oder vom Anwalt erstellt wurden. Die Gründe hierfür hat ein wissenschaftlicher Artikel im Deutschen Ärzteblatt kürzlich zusammengefasst(1): Das Gros der Patientenverfügungen ist zu schwammig formuliert und im Einsatzfall nicht greifbar, weil sie beispielsweise zu Hause in der Schublade liegen.
Erkennbar sind wirkungslose Verfügungen oft an Formulierungen wie:

„Ich wünsche keine unnötige Verlängerung meines Leidens…
..wenn ich mich in einem unabwendbaren Sterbeprozess befinde…
..oder keine Aussicht auf eine lebenswerte Zukunft besteht.“

Von fehlender Fachkenntnis zeugen zudem Passagen, die ausdrücklich eine ausreichende Medikamentengabe gegen Schmerz, Angst oder Atemnot erbitten. Diese Dinge sind selbstverständliche Grundpflicht aller Ärztinnen, Ärzte, Krankenpfleger und Schwestern.

Selbst wenn eine Verfügung nicht schon ihrer medizinischen Ungenauigkeit wegen wirkungslos sein sollte: Im Ernstfall muss sie für die Ärztin oder den Arzt sofort einsehbar sein. Dazu muss der Patient die Verfügung entweder stets bei sich führen – beispielsweise in der Brieftasche – oder die Verfügung muss online jederzeit und ohne Zeitverzögerung abrufbar sein. Diese letzte Lösung bietet die größte Sicherheit.

(1) in der Schmitten J, Lex K, Mellert C et al. Implementing an advance care planning programm in German nursing homes: results of an inter-regionally controlled interventional trial. Dtsch Arztebl Int 2014; 11(4):50-7. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0050

2. Das macht DIPAT anders

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DIPAT ist einzigartig. Im Gegensatz zu anderen Anbietern bietet DIPAT nicht lediglich ein Standard-Formular mit allgemeinen Textbausteinen oder Freistellen zum Selbstausfüllen. DIPAT erstellt vielmehr individuelle und ausführliche Patientenverfügungen, die im Ernstfall tatsächlich wirksam sind. Hierzu führt DIPAT den Kunden durch eine speziell entwickelte Befragung und erklärt leicht verständlich alles Nötige. Schritt für Schritt kann damit jeder Laie eine wirksame und garantiert vollständige Patientenverfügung selbst erstellen und auf Wunsch Online hinterlegen.

Das System wurde von Fachärzten für Notfall- und Intensivmedizin entwickelt und wird fortlaufend dem medizinischen Fortschritt angepasst. Auf Grundlage der Antworten wird ein individueller und medizinisch zuverlässiger Entwurf für eine Patientenverfügung erstellt. Er steht unmittelbar nach Abschluss der Befragung bereit. Die einmal unterschriebene Patientenverfügung kann bei DIPAT online hinterlegt werden, so dass sie im Ernstfall jederzeit und überall zur Einsichtnahme durch Ärzte zur Verfügung steht.

3. DIPAT-Notfallabruf und Signalaufkleber

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Im Notfall muss ein sofortiger Zugriff von Ärzten und Helfern auf Ihre Patientenverfügung gewährleistet sein – anderenfalls bleibt sie wirkungslos. Doch niemand trägt das gedruckte Dokument stets bei sich. Bei uns ist Ihre Patientenverfügung online hinterlegt und jederzeit von überall aus in sekundenschnelle abrufbar. Ein mehrstufiger Sicherheitsabruf bietet Schutz vor unbefugtem Zugriff.

Durch den einzigartigen DIPAT-Signalaufkleber stellen wir sicher, dass Ihre Patientenverfügung dem Arzt unmittelbar und wie von selber in die Hände fällt:
Der DIPAT-Signalaufkleber wird oben rechts auf Ihrer Gesundheitskarte platziert und fällt bei jeder Behandlung sofort ins Auge.
Garantiert.

4. Warum die Jahresgebühr (und keine einmalige Zahlung)?

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Eine Patientenverfügung ist nur wirksam, wenn sie wichtige Veränderungen von Gesundheit, Lebensumständen, Medizin und Recht widerspiegelt. Um die Verfügung dauerhaft wirksam zu halten, muss ein qualifiziertes Team die Entwicklungen in Medizin und Recht kontinuierlich verfolgen und die Patientenverfügung regelmäßig anpassen.

Wir informieren – z.B. über Gesetzesänderungen – und benachrichtigen Sie bei empfehlenswerter Anpassung. So bleibt Ihre Patientenverfügung aktuell und dauerhaft wirksam.

Sollten Sie trotz allem nur die einmalige Erstellung einer Patientenverfügung (ohne Hinterlegung oder Aktualisierung) wünschen, so können Sie nach einmaliger Bezahlung der DIPAT-Jahresgebühr (für ein oder vier Jahre) die Nutzung sofort wieder fristlos kündigen. Dadurch verzichten Sie jedoch auf den wichtigsten Teil Ihres DIPAT-Schutzes.

Sollten Sie von vornherein eine längere DIPAT-Laufzeit wünschen als die angebotenen, nehmen Sie bitte jederzeit mit uns Kontakt auf.

5. Was sagt die medizinische Fachwelt über DIPAT?

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Die Reaktion der Fachwelt auf DIPAT ist bereits bei Erscheinen des Angebotes sehr positiv. In einem gerade erschienenen Fachbuch wird das Unternehmen als vielversprechend gelobt(2).

(2) p 111 in: Salomon (Hrsg.). Praxisbuch Ethik in der Notfallmedizin. MWV Berlin 2016.

 

Weitere Fragen & Antworten unten. Trotzdem noch Fragen offen? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Die Nutzung von DIPAT

Anmeldung: Welche Vorkenntnisse benötigt man?

Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig – weder medizinische noch juristische.

Anwendung: Wie genau funktioniert DIPAT?

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DIPAT stellt Ihnen zunächst eine Reihe von leicht verständlichen Fragen, die alle medizinisch erforderlichen Bereiche erfassen. Anhand von Beispielen und Auswahllisten teilen Sie dem System so Ihre persönlichen Behandlungs- und Pflegewünsche mit. Ihre Antworten „übersetzt“ DIPAT in medizinisch konkrete Formulierungen und erstellt dann die entsprechenden Dokumente.

Das DIPAT-Übersetzungssystem wurde speziell von Fachärzten für Intensiv- und Notfallmedizin entwickelt. Es wird den aktuellen medizinischen und juristischen Entwicklungen im Bereich Patientenverfügung fortwährend angepasst. Sollte sich für Ihre online hinterlegte Patientenverfügung die Notwendigkeit einer Anpassung ergeben, werden Sie automatisch per Email benachrichtigt. Die Überarbeitung oder Neuerstellung Ihrer DIPAT-Patientenverfügung ist hierbei jederzeit kostenfrei möglich.

Bei uns hinterlegte Patientenverfügungen sind über die DIPAT-Website für Ärzte oder anderes medizinisches Fachpersonal jederzeit abrufbar. So haben Sie Ihre gesamte Patientenverfügung überall stets bei sich.

Der einzigartige DIPAT- Signalaufkleber auf Ihrer Gesundheitskarte ist im Notfall für Krankenhaus und Rettungspersonal unübersehbar und führt direkt zu Ihrer persönlichen Patientenverfügung.

patientenverfuegung

Anwendung: Wie sicher funktionieren Online-Hinterlegung und Signalaufkleber?

Bei jeder Notfall-Behandlung wird grundsätzlich immer auch Ihre Versichertenkarte eingelesen. Dies ist für Krankenhäuser und Notärzte zwingend erforderlich, um ihre Leistung mit der Krankenkasse abrechnen zu können und die Behandlungskosten erstattet zu bekommen. Beim Heraussuchen der Gesundheitskarte fällt der leuchtend rote Signalaufkleber unweigerlich ins Auge. Da behandelnde Ärztinnen und Ärzte ein sehr großes Interesse daran haben, Ihre Verfügung einzusehen, ist mit größter Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie diese auch über das Internet abrufen.

Besonderheit: Was ist das Besondere an der Verfügung von DIPAT?

Die Patientenverfügungen von DIPAT sind

  • individuell
  • medizinisch konkret
  • im Ernstfall verbindlich

Durch die Online-Hinterlegung sind DIPAT-Patientenverfügungen

  • überall und unmittelbar für den behandelnden Arzt einsehbar
  • jederzeit und kostenfrei zur Überarbeitung und Anpassung abrufbar
  • im Ernstfall aktuell

Durch den roten DIPAT-Signalaufkleber auf der Gesundheitskarte sind DIPAT-Patientenverfügungen

  • immer mit dabei
  • für medizinisches Fachpersonal nicht zu übersehen
  • im Ernstfall vorhanden

Viele andere Patientenverfügungen hingegen sind im Ernstfall wertlos: Sie sind meist medizinisch nicht hinreichend konkret, zum Teil veraltet und vor allem: Im entscheidenden Augenblick nicht zur Hand.

Leistungen: Was bietet DIPAT?

DIPAT der erste Onlinedienst, mit dem jedermann selbstständig eine wirksame Patientenverfügung aufsetzen kann. Medizinische oder rechtliche Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Mit DIPAT erstellte Patientenverfügungen können online hinterlegt werden und sind so im Notfall sofort für den behandelnden Arzt abrufbar. Der einzigartige DIPAT-Signalaufkleber auf Ihrer Gesundheitskarte sorgt dafür, dass die Patientenverfügung dem medizinischen Fachpersonal garantiert ins Auge fällt.

Zudem werden die Kunden von DIPAT regelmäßig über medizinische Neuerungen und rechtliche Veränderungen im Bereich Patientenverfügung informiert und ggf. dazu aufgefordert, ihre Patientenverfügung entsprechend anzupassen. Eine Überarbeitung oder Neuerstellung der Patientenverfügung ist bei DIPAT jederzeit kostenfrei möglich. So möchten wir gewährleisten, dass die Patientenverfügungen unserer Kunden stets aktuell und wirksam sind.

Leistungen: Können auch Patientenverfügungen online hinterlegt werden, die nicht mit DIPAT erstellt wurden?

Leider nein. DIPAT stellt durch seine speziell entwickelte Onlinebefragung sicher, dass die vorgeschlagenen Verfügungstexte medizinisch zuverlässig sind. Dieser Maßstab soll für alle Patientenverfügungen gelten, die bei DIPAT hinterlegt werden.

Kosten: Was kostet der Service auf www.DIPAT.de?

Kosten: Welche Zahlungsmöglichkeiten bestehen?

Sie können per Rechnung (nachträgliche Banküberweisung), Einzugsermächtigung (SEPA-Lastschrift), PayPal oder Kreditkarte (Master Card, VISA, American Express) zahlen.

Unternehmenswerte: Welche Standpunkte vertritt DIPAT in der anhaltenden Diskussion um Patientenverfügungen?

DIPAT vertritt die Auffassung, dass grundsätzlich jeder Mensch uneingeschränkt von dem Recht gebrauch machen darf, Art und Umfang seiner medizinischen Heilbehandlung selbst zu bestimmen. In diesem Sinne befürwortet und unterstützt DIPAT die Einrichtung von Patientenverfügungen und setzt sich für eine Stärkung und den Erhalt entsprechender Patientenrechte ein.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unseren Unternehmenswerten.

Vergleich: Was unterscheidet DIPAT von anderen Anbietern?

DIPAT ist einzigartig. Im Gegensatz zu anderen Anbietern bietet DIPAT nicht lediglich ein Standard-Formular mit allgemeinen Textbausteinen oder Freistellen zum Selbstausfüllen. DIPAT erstellt vielmehr individuelle und ausführliche Patientenverfügungen, die im Ernstfall tatsächlich wirksam sind. Hierzu führt DIPAT den Kunden durch eine speziell entwickelte Befragung und erklärt leicht verständlich alles Nötige. Schritt für Schritt kann damit jeder Laie eine wirksame und garantiert vollständige Patientenverfügung selbst erstellen und auf Wunsch Online hinterlegen.

Das System wurde von Fachärzten für Notfall- und Intensivmedizin entwickelt und wird fortlaufend dem medizinischen Fortschritt angepasst. Auf Grundlage der Antworten wird ein individueller und medizinisch zuverlässiger Entwurf für eine Patientenverfügung erstellt. Er steht unmittelbar nach Abschluss der Befragung bereit. Die einmal unterschriebene Patientenverfügung kann bei DIPAT online hinterlegt werden, so dass sie im Ernstfall jederzeit und überall zur Einsichtnahme durch Ärzte zur Verfügung steht.

Vertrauen: Wie schützt DIPAT meine Daten?


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Technisch und organisatorisch schützt DIPAT alle Kundendaten mit größter Sorgfalt. Lesen Sie hier unsere ausführliche Datenschutzerklärung.

Werbung: Werden meine Daten für Werbezwecke verwendet oder an Dritte weitergegeben?

Uneingeschränkt: Nein. Ihre sämtlichen persönlichen Daten werden an keine Organisation oder Person außerhalb von DIPAT weitergegeben. Auch erhalten Sie von uns unaufgefordert keine E-Mail- oder sonstige (Werbe-)Zusendungen.
Lesen Sie bitte hierzu auch unsere ausführliche Datenschutzerklärung und unsere Unternehmenswerte.

Verbindlichkeit von Patientenverfügungen

Anwälte und Notare: Warum bieten oft Anwälte oder Notare Verfügungen an?

Möglicherweise, weil viele Menschen eine Patientenverfügung als eine Art „Nebenprodukt“ anderer Dokumente (Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) erstellen – Dokumente die in aller Regel ein Anwalt oder Notar aufsetzt. Vielleicht fehlten auch bisher alternative Ansprechpartner.

Doch auch wenn sich Rechtsanwälte und Notare als spezialisierte „Vorsorgeanwälte“ präsentieren: Ihre Kompetenz liegt ausschließlich in der Rechtberatung. Eine Patientenverfügung ist hingegen ein medizinisches Dokument. Bei seiner Erstellung kommt es nur am Rande auf Rechtsfragen an.

Hinweis: Dies ist eine allgemeine Information. DIPAT führt zu keiner Zeit Rechtberatung durch. Wenden Sie sich für Rechtsberatungen erforderlichenfalls bitte an einen Anwalt oder Notar.

Auskunft: Dürfen Ärzte den Angehörigen Auskunft über den Gesundheitszustand geben, wenn keine Verfügung vorliegt?

Grundsätzlich: Nein. Ärzte wie auch medizinisches Fachpersonal sind dazu verpflichtet, Dritten gegenüber Stillschweigen über den Gesundheitszustand eines Patienten zu bewahren. Die Berliner Ärztekammer schreibt hierzu:

„Die Schweigepflicht ist grundsätzlich auch gegenüber anderen Ärzten zu beachten. Ebenso besteht die Geheimhaltungspflicht gegenüber Familienangehörigen des Patienten einschließlich seines Ehegatten. Der Arzt ist also, wenn keine Entbindung von der Schweigepflicht vorliegt oder das Güterabwägungsprinzip eine Offenbarung zulässt, auch hier zur Geheimhaltung verpflichtet.“(3)

Bei Missachtung dieser Pflicht zur Verschwiegenheit muss der Arzt mit einer strafrechtlichen Verfolgung, mit berufsrechtlichen Sanktionen durch die Ärztekammer sowie mit einer Schadensersatzforderung des Patienten rechnen.

(3) Die Berliner Ärztekammer zur ärztlichen Schweigepflicht

Gerichtliche Anordnung: Muss ein Gericht entscheiden, wenn die Geräte abgestellt werden sollen?

Nicht, wenn eine eindeutige Patientenverfügung vorliegt. Diese kann ebenfalls rechtsverbindlich eine lebenserhaltende Therapie einstellen lassen. Wenn eine Patientenverfügung jedoch zu viel Auslegungsspielraum lässt und gleichzeitig kein Einvernehmen zwischen den behandelnden Ärzten und möglichen Angehörigen oder Bevollmächtigten besteht, muss die Entscheidung eines Betreuungsgerichtes herbeigeführt werden.

Notarielle Beglaubigung: Muss meine Patientenverfügung notariell beglaubigt oder beurkundet werden?

Nein. Eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich. Sie ist grundsätzlich möglich, aber nur selten sinnvoll. Eine Patientenverfügung ist ein medizinisches Dokument, dass für seine Gültigkeit nur zwei Rechtvorschriften erfüllen muss: Es muss hinreichend konkret und schriftlich abgefasst sein.

In der Regel interessiert sich der behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin nur nachrangig für Rechtsfragen. In erster Linie ist für sie entscheidend, ob der tatsächliche Behandlungswille des Patienten in der Verfügung erkennbar ist.
Zweifel hieran ergeben sich in der Praxis nur in seltenen Ausnahmefällen – beispielsweise wenn die Befürchtung besteht, dass eine Verfügung gar nicht von der Person selbst verfasst wurde, für die sie vorgelegt wurde. Ist so ein Fall absehbar kann es sinnvoll sein, die einmal erstellte (medizinisch konkrete) Patientenverfügung notariell beurkunden zu lassen, um die eigene Identität zu bestätigen.

Hinweis: Dies ist eine allgemeine Information. DIPAT führt zu keiner Zeit Rechtberatung durch. Wenden Sie sich für Rechtsberatungen erforderlichenfalls bitte an einen Anwalt oder Notar.

Verbindlichkeit: Ist meine Patientenverfügung für Ärzte rechtlich verbindlich?

Ja. Eine Patientenverfügung ist für den Arzt ebenso verpflichtend wie ein mündlich geäußerter Patientenwunsch. Allerdings müssen nach gesetzlicher und gerichtlicher Vorgabe zwei Bedingungen erfüllt sein:
Die Verfügung muss
a.) schriftlich abgefasst und
b.) hinreichend konkret sein.

Hinreichend konkret bedeutet, die Verfügung muss medizinisch sehr genau diejenigen Voraussetzungen und Folgen beschreiben, unter denen bzw. für die der Wille des Patienten gelten soll. Dies gilt insbesondere für Festlegungen, bei denen ein Therapieabbruch den Tod bedeuten kann. Für Ärzte nicht hinreichend konkret sind allgemeine Formulierungen wie „wenn keine Aussicht mehr auf Heilung besteht“.
Unerheblich für die Verbindlichkeit einer Verfügung ist, ist, ob sie handschriftlich erstellt oder ausgedruckt wurde oder ob sie notariell beurkundet wurde.

Hinweis: Dies ist eine allgemeine Information. DIPAT führt zu keiner Zeit Rechtberatung durch. Wenden Sie sich für Rechtsberatungen erforderlichenfalls bitte an einen Anwalt oder Notar.

Thema Datenschutz

Vertrauen: Was tut DIPAT für den Schutz meiner Daten?

Technisch und organisatorisch schützt DIPAT alle Kundendaten mit größter Sorgfalt. Lesen Sie hier unsere ausführliche Datenschutzerklärung.

Werbung: Werden meine Daten für Werbezwecke verwendet oder an Dritte weitergegeben?

Uneingeschränkt: Nein. Ihre sämtlichen persönlichen Daten werden an keine Organisation oder Person außerhalb von DIPAT weitergegeben. Auch erhalten Sie von uns unaufgefordert keine E-Mail- oder sonstige (Werbe-)Zusendungen.
Lesen Sie bitte hierzu auch unsere ausführliche Datenschutzerklärung und unsere Unternehmenswerte.

Alles zu Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht

Allgemeines: Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist ein medizinisches Dokument. Es hält den Patientenwillen fest und ist für Situationen vorgesehen, in denen der Patient nicht dazu in der Lage ist, seinen Willen persönlich mitzuteilen. Die Patientenverfügung richtet sich an Ärzte und medizinisches Fachpersonal und setzt die persönlichen Behandlungsgrenzen des Patienten fest – beispielsweise Umstände, unter denen er keine medizinische Verlängerung seines Lebens mehr wünscht.

Vereinfacht gesagt sind Patientenverfügungen „Verbotslisten“ für Ärzte. Um wirksam zu sein müssen sie so präzise wie möglich konkrete Situationen und die entsprechend gewünschten Therapieeinschränkungen beschreiben.

Allgemeines: Wer sollte eine Patientenverfügung verfassen?

Jeder erwachsene Mensch. Denn jeder kann eines Tages, beispielsweise nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit, hilflos in einem Bett liegen und unfähig sein, die eigene Meinung zu äußern. Nur eine Patientenverfügung kann hier sicherstellen, dass Ärzte den Willen des Patienten kennen und befolgen.

Angehörige: Warum ist es auch für Angehörige so wichtig, dass im Notfall eine Patientenverfügung vorliegt?

Auch wenn man mit Familie oder Freunden bereits über den eigenen Behandlungswillen gesprochen: Dieser Austausch ist in der Regel nicht konkret genug, um Ärzten im Notfall Richtlinien für die Behandlung aufzeigen zu können. Die Aussagen „Er möchte nicht an Schläuchen hängen“ oder „Sie möchte keine unnötige Verlängerung ihres Leidens“ sind uneindeutig und die notwendige Behandlung immer vor dem Hintergrund der aktuellen Diagnose zu bewerten – schließlich hängt man auch bei einer Knie-Operation vorübergehend „an Schläuchen“.

Darüber hinaus erzeugen Notsituationen für Angehörige ein hohes Stresslevel. In so einer Situation auch noch Entscheidungen treffen zu müssen, möglicherweise über Leben und Tod, ist eine große psychische Belastung für Freunde und Familie.

Das richtige Timing: Wann sollte man eine Patientenverfügung erstellen?

In jedem Alter kann man in eine Situation geraten, in der man als Patient nicht mehr dazu in der Lage ist, seinen Willen mitzuteilen. Solche Notlagen können etwa durch einen Unfall oder durch fortgeschrittene Demenz eintreten. Mit zunehmendem Alter werden sie wahrscheinlicher. Wissenschaftler empfehlen, spätestens im 60. Lebensjahr eine Patientenverfügung zu verfassen(4). Sicher ist es jedoch vorteilhaft, schon deutlich vorher vorzusorgen und seinen Behandlungswillen in einer Patientenverfügung schriftlich festzuhalten.

(4) Lang FR, Wagner GG. Patientenverfügungen in Deutschland: Empirische Evidenz für die Jahre 2005 bis 2007. The German Socio-Economic Panel Study: SOEPpapers on Multidisciplinary Panel Data Research, Nr. 71. November 2007

Einschränkung: Was kann eine Patientenverfügung nicht leisten?

Auch die beste Patientenverfügung kann nicht alle möglichen Lebenssituationen im Voraus erfassen. Auch die beste Patientenverfügung wird stets Lücken haben. Es ist daher ratsam, zusätzlich zur Patientenverfügung eine (oder mehrere) Vertrauensperson zu benennen, die über die Behandlungswünsche des Patienten informiert ist. Diese soll den Ärzten im Falle einer Regelungslücke erklären, was der mutmaßliche Wille des Patienten ist. Solche Personen werden durch eine Vorsorgevollmacht benannt.

Bestimmte Forderungen einer Patientenverfügung können zudem unwirksam sein, weil sie gesetzlichen Bestimmungen zuwider laufen. Beispielsweise kann man in einer Verfügung nicht wirksam aktive Sterbehilfe verlangen. Deutsche Strafgesetze verbieten dies.

Erneuerung: Wie oft muss eine Patientenverfügung erneuert werden?

Hierzu gibt es keinen gesetzlich festgelegten Zeitabstand. Im Anwendungsfall muss sich die Patientenverfügung jedoch noch mit ausreichender Sicherheit auf die aktuelle Situation des Patienten beziehen lassen. Dafür müssen Ärzte davon ausgehen können, dass die in der Patientenverfügung festgelegten Behandlungsgrenzen – die möglicherweise schon einige Jahre alt sind – noch immer den aktuellen Willen des Patienten darstellen. Bei wesentlichen Veränderungen im Leben – beispielsweise nach der Geburt von Kindern, im Scheidungsfall oder bei gravierenden Veränderungen des eigenen Gesundheitszustandes – sowie bei rechtlichen Neuerungen sollten Verfügungen umgehend aktualisiert werden. Unabhängig hiervon sollten sie spätestens alle 1-2 Jahre auf Aktualität geprüft werden.

Hilfe: Wer kann bei der Erstellung von Patientenverfügungen helfen?

Idealerweise medizinische Fachpersonen, die in der Intensiv- und Notfallmedizin erfahren sind. Die Wirksamkeit einer Patientenverfügung steht und fällt mit den medizinischen Formulierungen. Diese müssen hinreichend konkret sein und exakt den Behandlungswillen des Patienten darstellen. Weder Anwälte noch Notare können dies verlässlich leisten – solange sie nicht zugleich erfahrene Ärzte sind.

Wirksamkeit: Was ist von Blanko- oder Ankreuzvordrucken zu halten?

Patientenverfügungen, die mithilfe von Ankreuzvordrucken erstellt werden, sind in der Regel im Ernstfall wertlos. Ihre allgemeinen Formulierungen haben Phrasencharakter und sind nicht geeignet, den behandelnden Ärzten hinreichend genau mitzuteilen, wann und wo der Patient Grenzen für seine Behandlung zieht.

Wirksamkeit: Ist meine Patientenverfügung automatisch unwirksam, weil sie von einem anderen Anbieter stammt?

Selbstverständlich nicht. Leider ist jedoch der Großteil der sich im Umlauf befindenden Patientenverfügungen, die nicht von DIPAT stammen, aus ärztlicher Erfahrung nicht ausreichend präzise.

Wirksamkeit: Warum sind die meisten Patientenverfügungen unwirksam?

Die meisten Patientenverfügungen, die sich im Umlauf befinden, sind aus ärztlicher Sicht wertlos – egal ob Sie mit Ankreuzvordrucken oder vom Anwalt erstellt wurden. Die Gründe hierfür hat ein wissenschaftlicher Artikel im Deutschen Ärzteblatt kürzlich zusammengefasst(1): Das Gros der Patientenverfügungen ist zu schwammig formuliert und im Einsatzfall nicht greifbar, weil sie beispielsweise zu Hause in der Schublade liegen.
Erkennbar sind wirkungslose Verfügungen oft an Formulierungen wie:

„Ich wünsche keine unnötige Verlängerung meines Leidens…
..wenn ich mich in einem unabwendbaren Sterbeprozess befinde…
..oder keine Aussicht auf eine lebenswerte Zukunft besteht.“

Von fehlender Fachkenntnis zeugen zudem Passagen, die ausdrücklich eine ausreichende Medikamentengabe gegen Schmerz, Angst oder Atemnot erbitten. Diese Dinge sind selbstverständliche Grundpflicht aller Ärztinnen, Ärzte, Krankenpfleger und Schwestern.

Selbst wenn eine Verfügung nicht schon ihrer medizinischen Ungenauigkeit wegen wirkungslos sein sollte: Im Ernstfall muss sie für die Ärztin oder den Arzt sofort einsehbar sein. Dazu muss der Patient die Verfügung entweder stets bei sich führen – beispielsweise in der Brieftasche – oder die Verfügung muss online jederzeit und ohne Zeitverzögerung abrufbar sein. Diese letzte Lösung bietet die größte Sicherheit.

(1) in der Schmitten J, Lex K, Mellert C et al. Implementing an advance care planning programm in German nursing homes: results of an inter-regionally controlled interventional trial. Dtsch Arztebl Int 2014; 11(4):50-7. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0050

Zusatzschutz Betreuungsverfügung: Was ist eine Betreuungsverfügung/Betreuungsvollmacht?

Die Betreuungsverfügung richtet sich ausschließlich an ein Gericht. Sie legt fest, wen das Gericht aus Sicht des Vollmachtverfassers im Bedarfsfall als Betreuer bestellen soll. Ein solcher Bedarf besteht nach dem Gesetz dann, wenn ein Mensch aufgrund von Krankheit oder Siechtum diejenigen Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln kann, die keinen Aufschub mehr dulden – zum Beispiel Kündigungen von Mietverträgen oder Behördengänge.

Wichtig ist hierbei: Der Betreuer ist erst dann „im Amt“, wenn er von einem Gericht eingesetzt wurde. Eine Betreuungsverfügung ist also erst einmal nur ein Vorschlag an das Gericht. Eine Betreuungsverfügung als solche berechtigt den benannten Betreuer in keiner Weise, vor einer Gerichtsentscheidung den Ärzten gegenüber wirksame Verbote bestimmter medizinischer Behandlungen auszusprechen.

Zusatzschutz Vorsorgevollmacht: Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht ist ein Rechtsdokument. Es richtet sich an jedermann – nicht nur an Ärzte – und benennt Personen, die bevollmächtigt sind, für den Vollmachtgeber bestimmte Handlungen durchzuführen (bspw. Behördengänge). Der Bevollmächtigte kann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Das Gericht wird lediglich eingeschaltet, wenn es zur Kontrolle des Bevollmächtigten erforderlich ist.

Wenn die Vorsorgevollmacht eine entsprechende Passage enthält, kann sie den Bevollmächtigten dazu berechtigten, Ärzten gegenüber im Sinne des Vollmachtgebers (dem Patienten) wirksame Einwilligungen oder Ablehnungen von Behandlungen zu erteilen. Dies kann eine sinnvolle Ergänzung zu einer Patientenverfügung sein um zusätzliche Sicherheit für seltene Regelungslücken zu erlangen.

Zusatzschutz Vorsorgevollmacht: Kann eine Vorsorgevollmacht die Patientenverfügung ersetzen?

Nein. Denn auch die nächsten Angehörigen oder engsten Freunde werden kaum lückenlos den Behandlungswillen eines Patienten kennen können. Zudem stehen bevollmächtigten Personen im Ernstfall ohne Patientenverfügung unter erheblichem Druck. Schlimmstenfalls müssen sie dann alleine über Leben und Tod des Patienten entscheiden und mit dem verbleibenden Zweifel für immer leben. Das ist nicht jedem zumutbar. Es ist auch Aufgabe einer Patientenverfügung die zu vermeiden.

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