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Patientenverfügung – Diese Fehler sollten Sie vermeiden

3 min Lesedauer

Es klingt unglaublich: Rund 90% aller Patientenverfügungen sind im Ernstfall wirkungslos. Wir haben einen Notarzt und Intensivmediziner gefragt, wie man zu einer sicheren Verfügung kommt.

Der Bundesgerichtshof stellte schon mehrfach fest, dass Millionen Menschen keine brauchbare Patientenverfügung haben, zuletzt im April vergangenen Jahres. Viele Menschen sind nun verunsichert. Mit unseren Tipps können Sie die typischen Fehler vieler herkömmlicher Patientenverfügungen vermeiden.

 

Was allen gleichzeitig helfen soll, hilft niemandem. Darum versagen kostenlose Vorlagen.

Vorlagen von Verbänden, Kirchen oder vergleichbaren Einrichtungen richten sich in Einheitsform an eine große Masse. Da Behandlungswünsche aber so verschieden sind wie die Menschen, die sie betreffen, kann eine einzige Vorlage nicht für alle Menschen gleichzeitig passen. Diese Vorlagen sammeln allgemeine Phrasen, die zu ungenau sind, um von Ärzten in echten Situationen umgesetzt werden zu können.

Facharzt Dr. med. Paul Brandenburg spricht aus langjähriger Erfahrung: “Ungenaue Patientenverfügungen führen dazu, dass ein Arzt sich eher für die Fortsetzung der Behandlung entscheidet. Häufig leider nur deshalb, weil die Weiterbehandlung der Klinik mehr Geld einbringt.”

 

Ungenaue und allgemeine Formulierungen sind unwirksam

Ein würdevolles Sterben wünscht sich jeder. Aber was genau bedeutet das? Ist der plötzliche Tod auf der Intensivstation würdevoller als ein jahrelanger Prozess des körperlichen und geistigen Verfalls? Kein Mensch kann das für einen anderen entscheiden – auch kein Arzt. Er würde sonst seinen eigenen Standpunkt zum Maßstab machen. “Wenn diese Lage eintritt, hat die Patientenverfügung versagt”, so Brandenburg.

Sein Tipp zur Erstellung einer Patientenverfügung: “Die Patientenverfügung ist nur dann wirksam, wenn sie ganz konkret festlegt, welche medizinischen Maßnahmen nicht mehr gewünscht sind. Es muss zudem eindeutig sein, in welchen konkreten Behandlungssituationen sie gelten soll.” Solch konkrete Aufzählungen einzelner Situationen und Maßnahmen sind anspruchsvoll und umfangreich – und für medizinische Laien ohne Hilfe nicht zu leisten.

Eine fachärztliche Erstellung der Patientenverfügung wird in jedem Fall empfohlen. Hilfe bietet die DIPAT Patientenverfügung. Erstellen Sie Ihre wirksame Patientenverfügung hier direkt online und testen Sie uns 30 Tage kostenfrei.

 

Vermeiden Sie diese typischen Formulierungsfehler

Was genau soll gemeint sein, wenn in einer Patientenverfügung von lebensverlängernden Maßnahmen gesprochen wird? Aus medizinischer Sicht ist bereits das Trinken eines Glases Wasser eine lebensverlängernde Maßnahme; nicht nur die “künstliche Ernährung” über eine Magensonde.

Andere typische Formulierungsfehler sind: Der Wunsch nach einer Abstellung der Geräte „bei unheilbarer Erkrankung“, denn bereits ein Lippenherpes ist eine unheilbare Erkrankung – wenn auch eine “harmlose”. Auch was unter “künstlicher Beatmung“ zu verstehen ist, ist für Ärzte keinesfalls eindeutig. Es gibt viele unterschiedliche Beatmungsverfahren, die als “künstlich” bezeichnet werden können, die aber keinesfalls erst bei lebensbedrohlicher Krankheitslage eingesetzt werden. Achten Sie auf diese Tipps und machen Sie nicht den Fehler, diese unwirksamen Formulierungen zu verwenden.

 

Die Patientenverfügung ist im Notfall nicht sofort griffbereit

Sie haben Ihre Patientenverfügung vor Jahren erstellt und sie dann in die Schublade gelegt? Ein weitverbreiteter Fehler. Denn damit eine Verfügung sofort vom Arzt umgesetzt werden kann, sollte sie im Bedarfsfall beim Patienten sein – nicht erst nach Stunden.

Wir bieten Ihnen deshalb den DIPAT-Notfallaufkleber für die Krankenkassenkarte. Wir hinterlegen Ihre Patientenverfügung online und erstellen einen persönlichen Notfallabrufcode. Da sich der Aufkleber auf der Versichertenkarte befindet, kann er im Notfall auch gefunden werden – denn diese Karte suchen Rettungsdienste und Kliniken ganz automatisch von sich aus.

DIPATWenn Ihre Verfügung nicht konkret genug ist, könnte das passieren.

1 Kommentar

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  1. R.Bölicke (11.10.2017 - 15:53 Uhr)

    Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen mit Ärzten, ist dies die beste Unterstützung die ein Sterbender mit seinen Angehörigen erhalten kann. Gerade wenn man auf die Hospizarbeit in diesem Zusammenhang sieht.

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