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Wirksame Patientenverfügung

Diese 6 Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Es klingt unglaublich: Rund 90% aller Patientenverfügungen sind im Ernstfall wirkungslos. Wir haben einen Notarzt und Intensivmediziner gefragt, wie man zu einer sicheren Verfügung kommt.

Ärzte wissen seit Langem: 9 von 10 Patientenverfügungen sind medizinisch zu ungenau oder veraltet. Auch der BHG stellte im Juli 2016 fest: Eine Patientenverfügung ist unwirksam, wenn sie zu allgemein und ungenau formuliert ist. Viele Menschen sind nun verunsichert. Mit unseren Tipps können Sie die typischen Fehler vieler herkömmlicher Patientenverfügungen vermeiden.

Fehler #1: Sie verwenden eine kostenlose Vorlage für Ihre Patientenverfügung

Vorlagen von Verbänden, Kirchen oder vergleichbaren Einrichtungen richten sich in Einheitsform an eine große Masse. Da Behandlungswünsche aber so verschieden sind wie die Menschen, die sie betreffen, kann eine einzige Vorlage nicht für alle Menschen gleichzeitig passen. Diese Vorlagen sammeln allgemeine Phrasen, die zu ungenau sind, um von Ärzten in echten Situationen umgesetzt werden zu können.

Facharzt Dr. med. Paul Brandenburg spricht aus langjähriger Erfahrung: „Ungenaue Patientenverfügungen führen dazu, dass ein Arzt sich eher für die Fortsetzung der Behandlung entscheidet. Häufig leider nur deshalb, weil die Weiterbehandlung der Klinik mehr Geld einbringt.“

Fehler #2: Ihre Patientenverfügung enthält ungenaue und allgemeine Formulierungen

Ein würdevolles Sterben wünscht sich jeder. Aber was genau bedeutet das? Ist der plötzliche Tod auf der Intensivstation würdevoller als ein jahrelanger Prozess des körperlichen und geistigen Verfalls? Kein Mensch kann das für einen anderen entscheiden – auch kein Arzt. Er würde sonst seinen eigenen Standpunkt zum Maßstab machen. „Wenn diese Lage eintritt, hat die Patientenverfügung versagt“, so Brandenburg.

Sein Tipp zur Erstellung einer Patientenverfügung: „Die Patientenverfügung ist nur dann wirksam, wenn sie ganz konkret festlegt, welche medizinischen Maßnahmen nicht mehr gewünscht sind. Es muss zudem eindeutig sein, in welchen konkreten Behandlungssituationen sie gelten soll.“ Solch konkrete Aufzählungen einzelner Situationen und Maßnahmen sind anspruchsvoll und umfangreich – und für medizinische Laien ohne Hilfe nicht zu leisten.

Vermeiden Sie diese typischen Formulierungsfehler

Was genau soll gemeint sein, wenn in einer Patientenverfügung von lebensverlängernden Maßnahmen gesprochen wird? Aus medizinischer Sicht ist bereits das Trinken eines Glases Wasser eine lebensverlängernde Maßnahme; nicht nur die „künstliche Ernährung“ über eine Magensonde.

Andere typische Formulierungsfehler sind: Der Wunsch nach einer Abstellung der Geräte „bei unheilbarer Erkrankung“, denn bereits ein Lippenherpes ist eine unheilbare Erkrankung – wenn auch eine „harmlose“. Auch was unter „künstlicher Beatmung“ zu verstehen ist, ist für Ärzte keinesfalls eindeutig. Es gibt viele unterschiedliche Beatmungsverfahren, die als „künstlich“ bezeichnet werden können, die aber keinesfalls erst bei lebensbedrohlicher Krankheitslage eingesetzt werden. Achten Sie auf diese Tipps und machen Sie nicht den Fehler, diese unwirksamen Formulierungen zu verwenden.

Fehler #3: Sie erstellen Ihre Patientenverfügung ohne fachliche Unterstützung

Eine fachärztliche Erstellung der Patientenverfügung wird in jedem Fall empfohlen. Hilfe bietet Ihr Hausarzt aber auch die DIPAT Patientenverfügung. Erstellen Sie Ihre wirksame Patientenverfügung hier direkt online mit Hilfe eines ärztlich entwickelten Online-Interviews. Aus Ihren Antworten wird Ihre ganz persönliche Patientenverfügung generiert. Keine Floskeln oder ungenauen Angaben, dafür präzise Formulierungen und rechtliche Aktualität. Testen Sie unser Angebot 30 Tage kostenfrei.

Fehler #4: Ihre Patientenverfügung ist im Notfall nicht sofort griffbereit

Sie haben Ihre Patientenverfügung vor Jahren erstellt und sie dann in die Schublade gelegt? Ein weit verbreiteter Fehler. Denn damit eine Verfügung sofort vom Arzt umgesetzt werden kann, sollte sie im Bedarfsfall beim Patienten sein – nicht erst nach Stunden.

Wir bieten Ihnen deshalb den DIPAT-Notfallaufkleber für die Krankenkassenkarte. Wir hinterlegen Ihre Patientenverfügung online und erstellen einen persönlichen Notfallabrufcode. Da sich der Aufkleber auf der Versichertenkarte befindet, kann er im Notfall auch gefunden werden – denn diese Karte suchen Rettungsdienste und Kliniken ganz automatisch von sich aus.

Fehler #5: Ihre Patientenverfügung ist nicht aktuell

Einmal erstellt und nie wieder angesehen - so geht es vielen Menschen mit Ihrer Patientenverfügung. Wir raten dazu eine Patientenverfügung alle ein bis zwei Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Warum? Ihre Lebensumstände können sich schnell einmal ändern. Durch eine Krankheit, den Verlust eines Angehörigen oder auch die Geburt von Enkelkindern kann sich Ihre Einstellung zum Leben ändern. Eventuell haben sich auch rechtliche Änderungen ergeben, die in Ihrer Patientenverfügung berücksichtigt werden sollten. Oder ganz formale Angaben wie Name oder Wohnort müssen angepasst werden. Eine veraltete Patientenverfügung kann auch beim behandelnden Arzt berechtigte Zweifel daran aufwerfen, ob Ihre Wünsche vor 10 Jahren noch den Heutigen entsprechen.

Stellen Sie sich also regelmäßig die Frage: Passt meine Patientenverfügung noch zu meiner derzeitigen Lebenssituation?

Fehler #6: Sie verstehen den Inhalt Ihrer Patientenverfügung selbst gar nicht

Die meisten Menschen erstellen Ihre Patientenverfügung ohne medizinische Fachkenntnis. Um eine gute von einer schlechten Patientenverfügung zu unterscheiden, braucht es ein wenig Zeit sich mit Ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. Versetzen Sie sich beim Erstellen Ihrer Patientenverfügung in die Lage "Was wäre wenn" und beschäftigen Sie sich sowohl mit Ihren persönlichen Wünschen als auch mit den medizinischen Behandlungsmethoden. Sie müssen verstehen welche medizinischen Möglichkeiten es gibt, um zu entscheiden, ob Sie sie in Anspruch nehmen möchten oder nicht.

Wir von DIPAT leiten Sie dazu durch unser einzigartiges, von Ärzten entwickeltes Online-Interview. Hier werden Sie mit Fragen konfrontiert wie:

Können Sie sich Krankheitssituationen vorstellen, in denen Sie nicht um jeden Preis weiter leben wollten, sondern jede weitere Behandlung ablehnen? Oder würden Sie umgekehrt sagen: „Egal wie wenig Lebensqualität mir bliebe: Ich will immer und unter allen Umständen weiterleben."?

Wenn Sie morgen einen Kreislaufstillstand erleiden, möchten Sie grundsätzlich wiederbelebt werden?

Würden Sie bei maschineller Beatmung grundsätzlich auch einem Luftröhrenschnitt zustimmen?

Anschauliche Beispiele und Erklärungstexte helfen Ihnen die Inhalte besser zu verstehen. Aus Ihren Fragen generieren wir dann Ihre individuelle Patientenverfügung.

Muster eines DIPAT Signalaufkleber auf einer Gesundheitskarte mit Abrufcode für die vollständige Patientenverfügung
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Franziska Weber bei DIPAT Die Patientenverfügung

Ein Beitrag von

Franziska Weber

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