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ausgedruckte DIPAT-Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung und brauche ich eine?

7 min Lesedauer

23. August 2017 (aktualisiert am 29. April 2019)

Eine Patientenverfügung regelt, welche medizinische Versorgung Sie im Notfall möchten, wenn Sie sich einem Arzt nicht mehr selbst mitteilen können. Was so einfach klingt, birgt viele Tücken: Denn 9 von 10 Patientenverfügungen versagen im Ernstfall. Zwar gibt es online viele Informationen zu diesem Thema – leider aber auch sehr viele falsche.

 

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt. In diesem Artikel erfahren Sie:

Hier Patientenverfügung erstellen

 

 

Wo finde ich seriöse Informationen über Patientenverfügungen?

Aktuelle Hinweise für Patientenverfügungen:

Anbieter für Patientenverfügungen:

Allgemeine Hinweise:

Online-Vorlagen:

Anwalt und Notar:

 

Welches Problem löst die Patientenverfügung?

Normalerweise können Sie Ihrem Arzt einfach sagen, ob Sie bereit sind, sich einer Operation zu unterziehen oder gewisse Medikamente zu nehmen. Was ist aber, wenn Sie nicht mehr für sich selbst sprechen können, z.B. weil Sie im Koma liegen? Dann muss Ihr Arzt Ihren mutmaßlichen Willen herausfinden, um Sie behandeln zu können. Das geht für ihn am einfachsten, wenn Sie eine Patientenverfügung verfasst haben, in der Sie erklären, welche medizinische Behandlung Sie möchten und welche nicht. Sie können darin festlegen, welche gesundheitlichen Einschränkungen Sie als Folge einer ärztlichen Behandlung akzeptieren würden und welche nicht.

Dr. med. Paul Brandenburg, ausgebildeter Arzt und der Gründer von DIPAT, drückt es so aus: “Als Notarzt habe ich erlebt, dass es Patientinnen und Patienten gibt, denen die Medizin nicht mehr helfen kann und die deshalb unerträglich leiden. Menschen, die nicht mehr für sich selbst sprechen können, haben aber auch das Recht über ihre Behandlung und Pflege selbst zu bestimmen. Meine Berufserfahrung hat gezeigt, dass eine wirksame Patientenverfügung unverzichtbar ist, um dieses Recht zu schützen.”

Mit der Patientenverfügung teilen Sie einem Arzt Ihre ausdrückliche Zustimmung oder Ablehnung zu einer medizinischen Behandlung mit. Widersprechen Sie in einer Patientenverfügung speziellen Eingriffen, ist das für den Arzt genauso verbindlich, als wenn Sie Ihren Willen mündlich geäußert hätten.

 

 

Was steht in einer Patientenverfügung?

Jeder, der sich über Patientenverfügungen informieren möchte, findet sehr viele Informationen über das Thema. Staatliche, kirchliche und private Anbieter verfolgen unterschiedliche Interessen und haben abweichende Qualitätsstandards. Daher sollten Sie wissen, wobei Ihnen eine Patientenverfügung helfen kann.

Eine Patientenverfügung klärt folgende Dinge:

  • Ihre Wertvorstellungen & Ihre gewünschte Lebensqualität
  • Ihre Behandlungswünsche für alle wichtigen medizinischen Situationen, u.a. Schlaganfall, Koma, notwendige Wiederbelebung, Beatmung u.v.m.
  • Ob Sie Pflege- und Hilfsbedürftig sind
  • Welche früheren Erkrankungen Sie hatten und welche Medikamente Sie nehmen
  • Welche Auskunftsrechte Sie Ihren Angehörigen und Vertrauten übertragen wollen
  • Ob und welche Organe Sie spenden möchten
  • Ob Sie Sterbehilfe wünschen
  • und einiges mehr

Mit einer Patientenverfügung halten Sie Ihre medizinischen Wünsche für die Zukunft fest. Da sich Ihre Wünsche ändern können, sollten Sie Ihre Verfügung regelmäßig (wenigstens alle zwei Jahre) überprüfen und aktualisieren. Hier erklären wir Ihnen, wie lange eine Patientenverfügung gültig ist und unter welchen Umständen sie sogar ungültig sein kann.

 

 

Brauche ich eine Patientenverfügung?

Antworten Sie auf die folgende Frage, um herauszufinden, ob Sie eine Patientenverfügung brauchen: Können Sie sich eine Situation in Ihrem Leben vorstellen, in der Sie nicht weiterleben wollen würden? Egal, ob Sie mit Ja oder Nein antworten, ihr Arzt muss so etwas wissen.

Eine Patientenverfügung ist das Richtige für Sie, wenn Sie bis zum Schluss über Ihr Leben selbst bestimmen möchten. Anstatt die Entscheidung über Ihre eigene Lebensqualität im Fall der Fälle jemand anderem zu übertragen, sollten Sie rechtzeitig vorsorgen. Wahrscheinlich werden Ihre Angehörigen kaum fähig sein, eine objektive Entscheidung zu treffen, wenn es tatsächlich um die Frage geht, ob sie weiterleben oder sterben sollen. Diese Entscheidung können Sie Ihnen aber jetzt schon abnehmen.

Viele Menschen entscheiden sich für eine Patientenverfügung, weil sie in jedem Alter einen gesundheitlichen Standard haben wollen, den sie nicht unterschreiten möchten. Es gibt Dinge in ihrem Leben, die für sie unerlässlich sind, zum Beispiel die Fähigkeit, sich mitzuteilen oder das selbständige Atmen und Ernähren. Mit der Verfügung sagen sie dem Arzt, welchen gesundheitlichen Standard Sie für sich definiert haben.

Eine Patientenverfügung dient damit nicht nur der gesundheitlichen Vorsorge, sondern ist auch ein Ausdruck Ihres Rechts auf Selbstbestimmung.

 

 

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

Falls Sie in eine Situation gelangen, in der über Ihre medizinische Behandlung entschieden werden muss und Sie weder eine Patientenverfügung haben, noch ansprechbar sind, wird sich ein Arzt immer für Ihr Weiterleben entscheiden. Egal in welchem Zustand Sie dann weiterleben werden. Sie wissen es ja, besonders im Notfall muss ein Arzt innerhalb von wenigen Minuten Entscheidungen treffen.

 

 

Wer kann bei der Erstellung von Patientenverfügungen helfen?

Idealerweise medizinische Fachpersonen, die in der Intensiv- und Notfallmedizin erfahren sind. Die Wirksamkeit einer Patientenverfügung steht und fällt mit den medizinischen Formulierungen. Diese müssen hinreichend konkret sein und exakt den Behandlungswillen des Patienten darstellen. Weder Anwälte noch Notare können dies verlässlich leisten – solange sie nicht zugleich erfahrene Ärzte sind.

DIPAT ist ein Online-Dienst zur Erstellung wirksamer Patientenverfügungen. Sie erstellen Ihre Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht ganz einfach mit Hilfe unseres Online-Interviews. Anschließend hinterlegen Sie Ihre Patientenverfügung online und bekommen einen einmaligen Abrufcode, den Sie als Aufkleber auf Ihre Versichertenkarte kleben können. Im Notfall kann damit jeder Arzt sofort Ihre Patientenverfügung einsehen. Zusätzlich senden wir Ihren Kontaktpersonen eine automatische SMS, wenn Ihre Verfügung abgerufen wird.

Haben Sie noch eine Frage, die wir nicht klären konnten? Dann schreiben Sie sie in die Kommentare, schicken Sie uns eine Email über den nachstehenden orangen Button oder rufen Sie uns an: 0341 392 935 60 (Mo-Fr 9-17 Uhr). Wir beraten Sie gerne.

 

 

 

Wo kann ich noch mehr über Patientenverfügungen erfahren?

Rechtliches Hintergrundwissen:

Medizinisches Hintergrundwissen:

Fachliche Studien, Richtlinien und Konzepte:

Einblicke in den medizinischen Alltag:

Eine etwas andere – nämlich kabarettistische – Einführung ins Thema bietet dieses Video mit schwarzem Humor über Leben und Tod.

5 Kommentare

Kommentieren

  1. Rüdiger Hill (21.11.2017 - 16:10 Uhr)

    Die Patientenverfügung wird ja bei Ihnen online hinterlegt. Bekomme ich diese auch in schriftlicher Form?
    Habe ich selber online Zugriff auf meine Verfügung?
    Wenn ich die Krankenkasse wechsel, brauche ich doch auch wieder einen neuen Aufkleber (Abrufcode) für meine neue Gesundheitskarte!?

    • Franziska Weber (27.11.2017 - 09:15 Uhr)

      Lieber Herr Hill,
      Ihre Fragen lassen sich leicht beantworten: 3x ja.
      Zu Frage 1: Bevor die Patientenverfügung online hinterlegt wird, müssen Sie sie zwingend unterschreiben, denn nur dann ist sie gültig. Zu diesem Zweck drucken Sie die Patientenverfügung aus. Das Dokument können Sie so oft ausdrucken, wie sie es benötigen, so dass sie auch ein Exemplar bei sich zu Hause hinterlegen können, wenn Sie das möchten.
      Zu Frage 2: Natürlich haben Sie Zugriff auf IHRE Patientenverfügung. Im Kundenbereich (loggen Sie sich hier ein) können Sie Ihre Verfügung, Kontaktpersonen und mehr einsehen und bei Bedarf ändern.
      Zu Frage 3: Richtig, dann benötigen Sie einen neuen Aufkleber. Wir senden Ihnen nach Erstellung Ihrer Patientenverfügung 5 Aufkleber zu, so dass Sie bei Abnutzung oder Wechsel der Krankenkasse immer noch eine zur Hand haben.
      Viele Grüße, Ihr DIPAT-Team

  2. Alfonso Roman Barbas (20.02.2018 - 09:22 Uhr)

    Guten Tag. Meine Name ist Alfonso Roman Barbas. Habe mehrere Fragen: Was passiert mit meiner jetzigen Patientenverfügung? Sie ist hinterlegt beim zentralen Vorsorgeregister in Berlin. Zweite Frage: Was
    passiert hinsichtlich der Bevollmächtigten? Bekommen die auch eine enstprechende Vollmacht, damit
    sie handeln können? Wie oft kann man die Vollmacht bei Ihnen ändern? Bekomme ich bei Ihnen Formulierungshilfen, so dass das wasserfest ist?
    Freue mich von Ihnen zu hören.

    A. Roman

    • Franziska Weber (20.02.2018 - 10:42 Uhr)

      Lieber Herr Roman,

      Danke für Ihre Fragen. Grundsätzlich sollten Sie nur eine Patientenverfügung haben, damit es im Notfall nicht zu Missverständnissen kommen kann. Woher weiß ein Arzt, welche Patientenverfügung die „Richtige“ ist, wenn Sie mehrere Exemplare besitzen?
      Das Vorsorgeregister dient lediglich der Registrierung darüber, dass Sie eine Verfügung geschrieben haben. Es gibt aber keine Auskunft darüber, was in Ihrer Verfügung steht. Das ist bei DIPAT anders. Wenn Sie eine Patientenverfügung mit DIPAT erstellen und online bei uns hinterlegen, ist es nicht mehr notwendig, diese Patientenverfügung zusätzlich beim Vorsorgeregister zu hinterlegen. Unser einzigartiger Notfallaufkleber, den Sie auf Ihre Versichertenkarte kleben, gewährt, dass Ihre Verfügung immer gefunden und im Volltext gelesen werden kann.

      Ihre Vorsorgevollmacht wird nicht bei DIPAT hinterlegt, da diese nur gültig ist, wenn der Bevollmächtigte sie im Original vorweisen kann. Geben Sie das Original der Vorsorgevollmacht daher bitte an die bevollmächtigte Person weiter. Die Vorsorgevollmacht können Sie jederzeit und so oft Sie möchten ändern. Denken Sie nur daran, dass eine geänderte Vollmacht auch an den Bevollmächtigten weitergegeben werden muss.

      Unsere Vorsorgevollmacht entspricht den Vorgaben des Bundesministerium für Justiz. Sie ersetzt jedoch keine Rechtsberatung. Sollten Sie zusätzliche oder abweichende Regeln treffen wollen, wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder Notar.

      Konnten wir Ihre Fragen ausreichend beantworten?

      Viele Grüße, Ihr DIPAT-Team

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