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Was ist eine Patientenverfügung? Die Definition 2020

In einer Patientenverfügung können Sie regeln, welche medizinische Versorgung Sie im Notfall möchten, wenn Sie sich einem Arzt nicht mehr selbst mitteilen können.

Was so einfach klingt, birgt jedoch viele Tücken: Denn 9 von 10 Patientenverfügungen versagen im Ernstfall. Zwar gibt es online viele Informationen zu diesem Thema – leider aber auch sehr viele falsche.

Um mehr Klarheit über Patientenverfügungen zu schaffen, haben wir die wichtigsten Informationen aus ärztlicher Sicht für Sie zusammengestellt.

Patientenverfügung – was ist das? Und welches Problem löst sie?

Normalerweise können Sie Ihrem Arzt einfach sagen, ob Sie bereit sind, sich einer Operation zu unterziehen oder gewisse Medikamente zu nehmen. Was ist aber, wenn Sie nicht mehr für sich selbst sprechen können, z.B. weil Sie im Koma liegen? Dann muss Ihr Arzt Ihren mutmaßlichen Willen herausfinden, um Sie behandeln zu können.

Das geht für ihn am einfachsten, wenn Sie eine Patientenverfügung verfasst haben. Mit diesem medizinischen Vorsorgedokument können Sie Ihren Willen für zukünftige Behandlungen festlegen. Dabei erklären Sie, welche Behandlung Sie in welcher Situation möchten und welche nicht.

Außerdem können Sie festlegen, welche gesundheitlichen Einschränkungen Sie als Folge einer ärztlichen Behandlung akzeptieren würden und welche nicht. Somit können Sie insbesondere auch unerwünschten Eingriffen widersprechen.

Eine Patientenverfügung ist für Ihre Ärzte genauso verbindlich, als hätten Sie Ihren Willen mündlich geäußert. Deshalb gibt sie nicht nur Ihnen und Ihren Angehörigen die beruhigende Gewissheit, dass Ihr Wille respektiert werden kann, sondern schafft auch Klarheit für Ihre behandelnden Ärzte.

Dr. med. Paul Brandenburg, Facharzt für Notfall- und Intensivmedizin und Gründer von DIPAT Die Patientenverfügung, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig diese Vorsorge im medizinischen Alltag ist:

Als Notarzt habe ich erlebt, dass es Patientinnen und Patienten gibt, denen die Medizin nicht mehr helfen kann und die deshalb unerträglich leiden. Menschen, die nicht mehr für sich selbst sprechen können, haben aber auch das Recht, über ihre Behandlung und Pflege selbst zu bestimmen. Meine Berufserfahrung hat gezeigt, dass eine wirksame Patientenverfügung unverzichtbar ist, um dieses Recht zu schützen.

Dr. med. Paul Brandenburg

 

Was beinhaltet eine Patientenverfügung?

Wenn Sie sich über Patientenverfügungen informieren möchten, werden Sie sehr viele Informationen über das Thema finden. Staatliche, kirchliche und private Anbieter verfolgen unterschiedliche Interessen und haben abweichende Qualitätsstandards.

Daher sollten Sie wissen, welche Inhalte eine Patientenverfügung aus ärztlicher Sicht mindestens enthalten sollte:

  • Ihre Wertvorstellungen und Ihre gewünschte Lebensqualität
  • Ihre Behandlungswünsche für alle wichtigen medizinischen Situationen (Schlaganfall, Koma, notwendige Wiederbelebung, Beatmung und vieles mehr)
  • Ihre eventuelle Pflege- und Hilfsbedürftigkeit
  • Ihre eventuellen früheren Erkrankungen und Medikamente, die Sie nehmen
  • Ihre Kontaktpersonen und wem Sie welche Auskunftsrechte übertragen wollen
  • Ihre Wünsche zur Organspende
  • Ihre Wünsche zur Sterbehilfe

Besonders wichtig ist, dass all diese Festlegungen medizinisch präzise getroffen werden. Es müssen also konkrete Behandlungen in konkreten Situationen genannt werden.

Dabei sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Denn weder Anwälte noch Notare können den Behandlungswillen des Patienten exakt darstellen – solange sie nicht zugleich erfahrene Ärzte sind.

Ihre Lebensumstände und Ihre Wünsche können sich auch immer wieder ändern. Daher sollten Sie Ihre Verfügung regelmäßig (wenigstens alle zwei Jahre) überprüfen und aktualisieren.

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Brauche ich auch so ein Vorsorgedokument?

Eine Patientenverfügung ist das Richtige für Sie, wenn Sie bis zum Schluss über Ihr Leben selbst bestimmen möchten.

Gerade in Zeiten der fortschreitenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens einerseits und der stetigen Weiterentwicklung der medizinischen Möglichkeiten andererseits sind Patienten mehr denn je von unerwünschten Überbehandlungen bedroht.

Ein trauriges Paradebeispiel dafür sind Beatmungspatienten, deren Leid zum Teil unnötig verlängert wird, damit Kliniken von der Behandlung finanziell profitieren.

Viele Menschen entscheiden sich daher für eine Patientenverfügung, weil sie in jedem Alter einen gesundheitlichen Standard haben wollen, den sie nicht durch unnötige Überbehandlungen unterschreiten möchten.

Es gibt Dinge in ihrem Leben, die für sie unerlässlich sind, zum Beispiel die Fähigkeit, sich mitzuteilen oder das selbständige Atmen und Ernähren. Deshalb treffen sie eine  Vorsorge, um ihrem Arzt zu sagen, welchen gesundheitlichen Standard sie für sich definiert haben.

Wenn auch Sie sich Situationen vorstellen können, in denen Sie nicht unter allen Umständen weiterleben möchten, können Sie Ihren Willen mit einer Patientenverfügung festhalten. Dadurch entlasten Sie gleichzeitig auch Ihre Angehörigen von schwierigen Entscheidungen.

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

Falls Sie keine Entscheidung treffen und ein medizinischer Notfall eintritt, werden andere dazu beauftragt, stellvertretend für Sie in Behandlungen einzuwilligen oder sie abzulehnen.

Oftmals werden dann Vertrauenspersonen wie Angehörige die gesetzlichen Betreuer, es kann aber auch sein, dass ein Berufsbetreuer eingesetzt wird.

Müssen Ihre Angehörigen eine Entscheidung über Ihr Leben treffen, wird es ihnen wahrscheinlich kaum möglich sein, dabei objektiv zu bleiben und einzig nach Ihren Wünschen zu handeln. Nicht zuletzt, da sich auch immer die Frage stellt, ob Familie und Freunde denn genau wissen, was man in welcher Situation gewollt hätte.

Derartige Extremsituationen sind meist auch emotional eine große Belastung für die Angehörigen.

Daneben kann es auch Situationen geben, in denen Ärzte eigenmächtig handeln müssen, wenn keine Patientenverfügung vorliegt. Das ist zum Beispiel bei einem Kreislaufstillstand so, bei dem einfach keine Zeit bleibt, um ein externes Einverständnis für eine Behandlung zu holen.

In solchen Fällen wird sich ein Arzt immer für Ihr Weiterleben entscheiden. Egal, wie lang Sie schon bewusstlos sind und in welchem Zustand Sie dann weiterleben werden.

Wer kann bei der Erstellung von Patientenverfügungen helfen?

Wenn Sie eine Patientenverfügung erstellen möchten, sollten Sie idealerweise medizinische Fachleute um Rat fragen, die in der Intensiv- und Notfallmedizin erfahren sind. Eine zeitgemäße Lösung dafür bietet der ärztliche Online-Dienst DIPAT.

Über DIPAT können auch Nicht-Mediziner mit Hilfe eines umfassenden und verständlichen Online-Interviews selbstständig eine präzise Patientenverfügung erstellen. Dabei werden die Angaben zum Patientenwillen automatisch in ärztliche Formulierungen übertragen.

Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand, Kontaktpersonen und Organspendewünschen sind in der Verfügung enthalten. Als kostenfreie Ergänzung können Sie auch eine Betreuungsverfügung und eine Vorsorgevollmacht erstellen.

Daneben ermöglichen weitere Serviceleistungen, dass Ihre Patientenverfügung Sie im Ernstfall wirksam schützen kann.

Besonders wichtig dabei ist die Online-Hinterlegung Ihrer Patientenverfügung, damit sie durch einen persönlichen Abrufcode jederzeit für Ärzte einsehbar ist. Den Abrufcode können Sie mit einem Signalaufkleber auf Ihre Versichertenkarte kleben – so wird er bei jeder Behandlung automatisch zur Kenntnis genommen.

Zusätzlich erhalten Ihre Kontaktpersonen eine SMS, wenn Ihre Verfügung abgerufen wird. An empfehlenswerte Aktualisierung Ihrer Verfügung werden Sie regelmäßig erinnert. Durch diesen Rundum-Service kann die Patientenverfügung von DIPAT Sie dauerhaft wirksam schützen.

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Wo kann ich mich weiter über Patientenverfügungen aus ärztlicher Sicht informieren?

Wenn Sie noch weitere Fragen zu Patientenverfügungen haben, können Sie sich in den folgenden Artikeln umfassend informieren.

Aktuelle Hinweise für Patientenverfügungen:

Anbieter für Patientenverfügungen:

Allgemeine Hinweise:

Online-Vorlagen:

Anwalt und Notar:

Wo erhalte ich noch mehr Hintergrundinformationen?

Patientenverfügungen sind als rechtliche Dokumente mit medizinischem Inhalt auch regelmäßig Gegenstände von Gerichtsverhandlungen, fachlichen Studien und Berichterstattungen zu individuellen Schicksalen.

In den folgenden Artikeln können Sie auf rechtliches und medizinisches Hintergrundwissen zu dem medizinischen Vorsorgedokument zugreifen.

Rechtliches Hintergrundwissen:

Medizinisches Hintergrundwissen:

Fachliche Studien, Richtlinien und Konzepte:

Einblicke in den medizinischen Alltag:

Eine etwas andere – nämlich kabarettistische – Einführung ins Thema bietet dieses Video mit schwarzem Humor über Leben und Tod.

Ein Beitrag von

Franziska Weber

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