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Patientenverfügung zum Ausdrucken

Patientenverfügung zum Ausdrucken: Ein Tipp zur schnellen Lösung

11 min Lesedauer

Dr. med. Paul Brandenburg, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin

Schnell und günstig erledigen: Das erscheint vielen beim Thema Patientenverfügung der beste Weg. Tatsächlich gibt es im Netz ein riesiges Angebot kostenloser Vorlagen und Formulare zum Ausdrucken. Fast immer bergen diese Vorlagen aber ein erhebliches Risiko. Wir zeigen Ihnen welches und verraten einen „Insidertrick“, der einer Sofortlösung für die Vorsorge am nächsten kommt.

In diesem Artikel erfahren Sie:


 

Gibt es eine schnelle UND zuverlässige Vorsorge-Lösung?

Ja, die gibt es: Bei DIPAT können Sie Ihre persönliche, medizinisch präzise Patientenverfügung erstellen. Der zuverlässige Schutz Ihres Willens wird so ermöglicht.

“Zugegeben: Mit einer Muster-Patientenverfügung sind Sie noch schneller fertig. Aber was nützt Ihnen ein fertiger Vordruck, der für einen Arzt im Ernstfall viel zu ungenau ist? Gar nichts. Wenn der Arzt Ihren Willen nicht zweifelsfrei nachvollziehen kann, finden Sie sich möglicherweise in einem quälend langen Sterbeprozess wieder. DIPAT will das verhindern und Ihnen eine wirksame Patientenverfügung an die Seite stellen. Wenn Ihr Patientenwillen zuverlässig geschützt wird, entlastet das nicht nur Sie sondern auch Ihre Familie.” (Dr. med. Paul Brandenburg)

 

Bieten kostenlose Patientenverfügungen zum sofortigen Ausdruck einen wirksamen Schutz?

Nur noch den eigenen Namen eintragen, ein paar Felder ankreuzen, ausdrucken und unterschreiben: fertig ist die eigene Patientenverfügung. Eine Vielzahl von Vorlagen und Formularen verspricht genau das – und zwar gratis.

 

Kommt man so schnell, einfach und vor allem ohne Geld auszugeben zu einer wirksamen Patientenverfügung?

 

Leider nein, denn es ist wie so oft im Leben: Wenn es zu schön klingt um wahr zu sein, dann ist es das auch. Eine wirksame Sofort-Patientenverfügung zum Ankreuzen und Ausdrucken existiert nicht. Die Wirksamkeit einer Patientenverfügung setzt nämlich voraus, dass in ihr sehr individuelle und sehr genaue Angaben zu gewünschten und unerwünschten Behandlungen gemacht werden. Das Internet ist voll von Vorlagen, Textbausteinen und Ankreuzformularen für Patientenverfügungen. Sie werden angeboten von privaten Unternehmen, Verbänden, Kirchen und Behörden: als PDF zum herunterladen, als Vorlage für Microsoft Word oder als Online-Ankreuzformular. Viele dieser Angebote sind kostenlos, für einige wird viel Geld verlangt. Doch fast alle gaukeln dem medizinischen Laien falsche Sicherheit vor und sind daher aus der Sicht des Arztes für den (künftigen) Patienten brandgefährlich: Denn im medizinischen Einsatzfall versagen sie in über 90% der Fälle.

 

Wieso kann eine Vorlage nicht funktionieren?

Vorlagen sind eine großartige Sache: Kaufverträge für Autos, Fahrtenbücher oder Arbeitszeugnisse: Für fast alle Lebensbereiche, auch für die persönlichsten, finden sich im Netz oder in den Buchhandlungen taugliche Vorlagen und Formulierungshilfen. Auf den ersten Blick erscheint es naheliegend, dass auch Patientenverfügungen nach der Methode „Copy & Paste“ – also dem Übernehmen und Abwandeln allgemeiner Textbausteine – zusammengestellt werden können. Einerseits trifft das tatsächlich zu, denn jeder Text, in dem ein volljähriger Verfasser sich in allgemeiner Form zu seiner künftigen medizinischen Behandlung äußert, ist aus rechtlicher Sicht grundsätzlich eine gültige Patientenverfügung. Es gibt nur wenige rechtliche Bedingungen an diese Gültigkeit; beispielsweise darf die Patientenverfügung keine Inhalte umfassen, die gegen Strafgesetze verstoßen. Diese grundsätzliche juristische Gültigkeit ist aber zu unterscheiden von der viel wichtigeren Frage nach der medizinischen Wirksamkeit.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen juristischer Gültigkeit und medizinischer Wirksamkeit?

Was juristisch gültig ist, ist noch lange nicht medizinisch ausreichend genau. Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Viele Vorlagen und Ankreuzformulare für Patientenverfügungen enthalten die – juristisch völlig einwandfreie – Aussage:

 

„Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr, wenn der unmittelbare Prozess des Sterbens bereits begonnen hat.“

 

Auf den ersten Blick erscheint diese Aussage vielen Juristen und anderen medizinischen Laien völlig eindeutig. Ärzte hingegen lassen Formulierungen wie diese im Ernstfall verzweifeln. Aus medizinischer Sicht beginnt nämlich der Prozess des Sterbens unmittelbar zum Zeitpunkt der Geburt. Der erste Tag unseres Leben ist auch der erste Tag unseres Sterbens. Glücklich ist, wer vom eigenen Tod bis zuletzt nicht weiß, wann genau er eintritt. Das ist keinesfalls eine philosophische Spitzfindigkeit.
Wahrscheinlich wird der Verfasser der jeweiligen Patientenverfügung eine bestimmte Vorstellung davon gehabt haben, wann bei ihm der Fall des „unmittelbaren Sterbeprozesses“ vorliegt. Das Problem ist nur: Woher soll der Arzt oder die Ärztin wissen, welche Vorstellung er davon hatte? Beginnt das vermeintlich Unmittelbare aus der Sicht des Verfassers nun Minuten, Stunden, Wochen oder nur Sekunden vor dem Zeitpunkt des Todes? Und selbst wenn er dies ausdrücklich festgehalten hätte: Kein Arzt kann auf Minuten genau wissen, wann der Tod eintreten wird. In den aller seltensten Fällen lässt sich dies selbst für erfahrene Ärzte nur auf Stunden vorhersagen.

 

„Vorhersagen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.“

 

Die in Filmen so beliebten wie dramatischen Dialoge zwischen Arzt und Patient darüber „wie lange man noch Zeit hat“ sind reine Hollywood-Fantasie. Ein seriöser Arzt wird seinen Patienten praktisch nie Prognosen im Bereich von Tagen oder Wochen machen, denn das ist medizinisch meist nicht möglich. Bei jedem Menschen kommt immer eine Vielzahl von Faktoren zusammen, sodass der genaue Krankheitsverlauf unmöglich mit hinreichender Sicherheit vorhergesagt werden kann. Letztlich sind also Ärzte bei solchen allgemeinen Formulierungen wie der vom „Beginn des unmittelbaren Sterbens“ auf ihre eigene, ganz persönliche Interpretation der Patientenverfügung angewiesen. Aber genau das soll eine Patientenverfügung eigentlich verhindern. Warum sind Vorlagen und Textbausteine dann nicht einfach viel genauer? Weil genau hier die Schwierigkeit liegt: Um genau zu sein, bedarf es einer umfangreichen Analyse dessen, was ein Patient wünscht und einer ausführlichen Beratung darüber, was genau die Folgen seiner Festlegungen sind.

 

„Formulare und Vorlagen versagen durch Ungenauigkeit“

 

Ähnlich häufig findet sich in Textbaustein-Vorlagen und Formularen für Patientenverfügungen die Formulierung, man lehne „künstliche Ernährung“ ab. Auch sie erscheint vielen auf den ersten Blick eindeutig, ist aber ebenfalls fataler Unsinn. Ob und wann eine Ernährung „künstlich“ ist, hängt ganz allein von der persönlichen Sichtweise ab. Ist es bereits „künstlich“, wenn ein Patient püriertes Gemüse über einen Strohhalm essen muss? Beginnt die „Kunstgrenze“, wenn er anstelle des Strohhalms im Mund einen dünnen Plastikschlauch von 30 Zentimetern in seiner Speiseröhre hat, über den das Gemüse in seinen Magen gelangt? Diese Fragen werden viele Menschen sehr unterschiedlich bewerten. Woher soll ein Arzt im Ernstfall also wissen, was der Verfasser der Patientenverfügung tatsächlich meint? Es sind diese Unbestimmtheiten, die dazu führen, das Vorlagen und Textbausteinsammlungen fast immer medizinisch versagen. Hier gilt die alte Weisheit: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Man muss es so allgemein sagen: Gratisvorlagen für Patientenverfügungen sind ebenso wertlos wie kostenlos.

 

Wieso gibt es so viele wertlose Gratisvorlagen zum Ausdrucken?

Das Thema Patientenverfügung ist vielen Menschen zu Recht sehr wichtig. Eine Vielzahl von Religionsgemeinschaften, Interessengruppen und auch gewinnorientierten Unternehmen nutzen es daher, um mit scheinbaren Gratisangeboten einen „Fuß in die Tür“ zu bekommen. Sei es, um neue zahlende Mitglieder für ihre „Patientenschutzorganisationen“ zu gewinnen oder ihnen im Nachgang der kostenlosen Verfügung gegen Geld Zusatzleistungen wie eine Sterbegeldversicherung anzubieten.
Neben solchen leicht erkennbaren Absichten gibt es andere Gratisanbieter, denen mit Sicherheit keinerlei zweifelhafte Absichten zu unterstellen sind. Allen voran sind dies die Ministerien des Bundes und der Länder sowie einige Ärztekammern. Sie bieten auf Ihren Webseiten und in Geschäftsstellen ebenfalls umfangreiches Material, Textbausteine und Vorlagen zu Patientenverfügungen an. Sind die ebenfalls medizinisch zu allgemein und damit wirkungslos? Auch wenn es zuerst unfassbar scheint: Ja, das sind sie und der Grund ist einfach.

 

Weder Behörden noch Ärztekammern können mit ihren Mitteln leisten, was zur Erstellung wirksamer Formulierungen in jedem Einzelfall notwendig ist: Eine umfangreiche Beratung und die Festlegung ganz persönlicher Formulierungen und Bestimmungen.

 

Ein Formular und eine Sammlung von Textbausteinen kann nicht schlauer sein als derjenige, der sie benutzt. In der Hand einer Ärztin kann eine Sammlung von Textbausteinen ein hervorragendes Werkzeug sein. In der Hand des Laien aber kaum. Vorlagen und Formulare müssen naturgemäß so abgefasst sein, dass jeder Laie sie verstehen und benutzen kann. Wie aber soll das möglich sein, wenn die fertige Patientenverfügung medizinisch exakt sein muss, um wirksam zu sein? Die Behörden und Ärztekammern sind sich dieses Widerspruches durchaus bewusst. Beim genauen Lesen der von ihnen herausgegeben Materialien findet sich fast immer der Hinweis, dass diese nur „allgemeinen Informationscharakter“ haben und vom Nutzer unbedingt unter fachlicher Anleitung konkretisiert werden müssen. Einfach gesagt teilen diese Behörden und Ärztekammern also mit, dass Sie als Leser mit den Vorlagen und Textbausteinen ohne zusätzliche Beratung eines Arztes oder einer Ärztin keine wirksame Patientenverfügung erstellen können. Genau das ist auch tatsächlich der Fall.

 

Wie kann man eine wirksame Patientenverfügung erstellen?

Wirksam kann eine Patientenverfügung nur sein, wenn sie detaillierte Angaben darüber macht, welche medizinische Behandlung man im Ernstfall wünscht. Der Verfasser muss unzweideutig angeben, ob er eine einzelne Maßnahme wünscht oder nicht, und muss dabei zu erkennen geben, dass er sich über die eventuell weitreichenden Folgen einer Ablehnung im Klaren ist.

 

Zu einem solch eindeutigen Text gelangt man nur auf einem Weg: über die Inanspruchnahme ärztlicher Beratung und vor allem mit reiflicher eigener Überlegung.

 

Die Beratung kann man persönlich bei einem Arzttermin erhalten oder durch einen Dienst wie DIPAT, bei dem fachärztliche Beratung automatisiert zur Verfügung steht. An der Mühe persönlicher Überlegung führt kein Weg vorbei, wenn man eine Patientenverfügung wünscht, die den Namen wert ist.

 

 

Welcher „Insidertrick” kommt einer Sofortlösung für die Vorsorge am nächsten?

Einen kleinen Trick für eine Vorsorge-Sofortlösung gibt es – leider aber nur für solche Menschen, die das große Glück haben, im Leben eine ebenso verlässliche wie seelisch und intellektuell belastbare Vertrauensperson zu haben. An eine solche Vertrauensperson kann man seine eigenen Entscheidungen über Leben und Tod mit einer sogenannten Betreuungsverfügung abgeben.

Die Begriffe BetreuungsverfügungPatientenverfügung und Vorsorgevollmacht sorgen allerdings regelmäßig für Verwirrung. Was genau ist da der Unterschied?

 

Die Patientenverfügung:

Sie ist das entscheidende Dokument für eigene Festlegungen zur künftigen medizinischen Behandlung. In ihr legt man fest, was man selbst möchte und nicht möchte. Auch mit einem äußerst bequemen Dienst wie DIPAT muss man für ihre Erstellung ausreichend Zeit einplanen; in der Regel zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Wer jedoch eine Vertrauensperson hat, der er zutrauen und auch zumuten möchte, diese weitreichenden Überlegungen im Ernstfall zu übernehmen, kann ihr diese Verantwortung mit einem ganz anderen Dokument übertragen: Mit der Betreuungsverfügung.

Die Betreuungsverfügung:

Sie ist eine kurze schriftliche Festlegung dazu, welche Person im Fall der Fälle von einem Betreuungsgericht zum gesetzlichen Betreuer bestellt werden soll und sich dann, je nach Festlegung des Gerichtes, auch medizinische Entscheidungen treffen darf. An diese Festlegung ist das Gericht jedoch formal nicht gebunden. Es ist frei, von diesem Wunsch des Verfasser abzuweichen, wenn es das für richtig hält. In der Praxis kommt dies jedoch nur selten vor. In der zwischengeschalteten Kontrolle durch ein Gericht liegt denn auch der wesentliche Unterschied zwischen einer Betreuungsverfügung und einer Vorsorgevollmacht.

Die Vorsorgevollmacht:

Mit einer Vorsorgevollmacht kann der Verfasser direkt – ohne Tätigwerden des Gerichts – eine Person bestimmen, die medizinische oder auch andere Entscheidungen für den Vollmachtgeber trifft. Was unkomplizierter scheint, kann zum entscheidenden Nachteil werden: Ist die Vorsorgevollmacht einmal ausgestellt und hält der Vollmachtsempfänger sie in Händen kann er sie unmittelbar einsetzen. Wird der Vollmachtsempfänger dann beispielsweise gegenüber einem Vermieter tätig und kündigt die Wohnung des Vollmachtgebers, kontrolliert niemand mehr, ob der Vollmachtgeber tatsächlich wegen schwerer Krankheit derzeit selbst nicht selbst entscheiden kann. Das Missbrauchspotential einer Vorsorgevollmacht ist also grundsätzlich hoch.

Fazit:

Eine „Sofort-Lösung“ für Menschen, die auf eine wirksame Patientenverfügung noch verzichten möchten, ist die Errichtung einer Betreuungsverfügung (anstelle einer Vorsorgevollmacht). Eine Betreuungsverfügung ist mit einer Vielzahl kostenlos verfügbarer Formularen und Vordrucken aus dem Internet einfach und wirksam zu erstellen. Eine wirksame Patientenverfügung bleibt langfristig trotzdem die einzig sichere Lösung.

“Zugegeben: Mit einer Muster-Patientenverfügung sind Sie noch schneller fertig. Aber was nützt Ihnen ein fertiger Vordruck, der für einen Arzt im Ernstfall viel zu ungenau ist? Gar nichts. Wenn der Arzt Ihren Willen nicht zweifelsfrei nachvollziehen kann, finden Sie sich möglicherweise in einem quälend langen Sterbeprozess wieder. DIPAT will das verhindern und Ihnen eine wirksame Patientenverfügung an die Seite stellen. Wenn Ihr Patientenwillen zuverlässig geschützt wird, entlastet das nicht nur Sie sondern auch Ihre Familie.” (Dr. med. Paul Brandenburg)

 

2 Kommentare

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  1. Tilo Arnholdt (04.03.2019 - 15:59 Uhr)

    Sie haben im Text einen Fehler, es muss sicher heißen:

    „Vorhersagen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.“

    Die in Filmen so beliebten wie dramatischen Dialoge zwischen Arzt und Patient darüber „wie lange man noch Zeit hat“ sind reine Hollywood-Fantasie. Ein seriöser Arzt wird seinen Patienten praktisch nie Prognosen im Bereich von Tagen oder Wochen machen, denn das ist medizinisch meist nicht möglich. Bei jedem Menschen kommt immer eine Vielzahl von Faktoren zusammen, sodass der genaue Krankheitsverlauf unmöglich mit hinreichender Sicherheit vorhergesagt werden kann. Letztlich sind ……………

    • Janine Kaczmarzik (07.05.2019 - 16:31 Uhr)

      Lieber Herr Arnholdt,

      vielen Dank für Ihre Anmerkung und Entschuldigung für die späte Rückmeldung unsererseits. Leider können wir keinen Unterschied zwischen der von Ihnen vorgeschlagenen und der von uns veröffentlichten Version des Artikels feststellen. Können Sie vielleicht noch einmal präzisieren, wo genau der vermeintliche Fehler im Text liegt?

      Vielen Dank im Voraus und viele Grüße aus Leipzig

      Ihr DIPAT-Team

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