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Organspendeausweis? Da gibt es Besseres!

6 min Lesedauer

13. Juni 2017 (aktualisiert am 27. Mai 2019)

Wissen Sie schon, ob Sie Ihre Organe einmal spenden möchten oder nicht? Egal, wie Sie sich entscheiden: Ihren Willen sollten Sie auf schriftlich festhalten. Damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen zur Organspende. 

In diesem Artikel erfahren Sie:

Wenn Sie sich noch weiter über Organspende informieren möchten, erfahren Sie in diesen Artikeln:

 

Was ist ein Organspendeausweis?

Der Organspendeausweis ist eine Karte im Kredikartenformat. Entgegen seinem offiziell klingenden Namen ist er kein amtlicher Ausweis. Vielmehr ist er ein Instrument zur Förderung der Organspende. Er wird kostenfrei und ohne Identitätsfeststellung an jeden herausgegeben. Niemand ist jedoch verpflichtet, diesen zu nutzen.

 

Wann und unter welchen Voraussetzungen kann ich meine Organe spenden?

Es gibt keine Altersbeschränkung, um Organe zu spenden. Sie können in jedem Alter ihre Organe zur Organspende freigeben. Die 3 folgenden Kriterien entscheiden allerdings darüber, ob Sie als Organspender in Frage kommen:

  1. Sie müssen, während Sie künstlich beatmet werden, einen ärztlich bestätigten Hirntod sterben. Der „Hirntod“ liegt vor, wenn die Funktionsfähigkeit des Gehirns gemäß einer Reihe medizinischer Untersuchungsergebnisse unwiederbringlich erloschen ist. In diesem Zustand kann Ihr Gehirn dem Stand der Forschung nach keinerlei Informationen mehr verarbeiten, Sie können daher auch nicht mehr selbständig atmen und auch keinen Schmerz mehr empfinden. Für eine Organspende ist es dann wichtig, dass Ihr Körper nach dem Hirntod durch maschinelle Beatmung mit Sauerstoff versorgt wird, damit Ihre Organe weiter durchblutet werden.
  2. Ihre Organe müssen spendefähig sein. Ihre Organe dürfen also weder zu stark geschädigt noch krank sein. Jemand mit einer bestimmten Infektion oder einer Krebserkrankung kann zum Beispiel keine Organe spenden.
  3. Sie müssen vor Ihrem Tod selber verfügt haben, dass Ihre Organe gespendet werden sollen. Das kann schriftlich und/oder mündlich geschehen. Sie können etwa einen Organspendeausweis ständig bei sich tragen oder eine Patientenverfügung besitzen.

 

Was ist, wenn ich keinen Organspendeausweis besitze?

Falls Sie keinen Organspendeausweis besitzen und auch keine Patientenverfügung haben, werden im Todesfall Ihre nächsten Angehörigen befragt. Diese entscheiden dann, ob Ihre Organe gespendet werden oder nicht. Mehr als doppelt so häufig sprechen sich Angehörige aber gegen eine Organspende des Verstorbenen aus.“1

Diese Entscheidung kurz nach dem Tod eines Angehörigen zu treffen, überfordert viele Menschen, deswegen ist es sinnvoll, wenn Sie Ihren Willen rechtzeitig schriftlich festhalten halten.

Wenn Sie weder eine Patientenverfügung noch eine Vorsorgevollmacht besitzen, wird in wichtigen Fällen das Betreuungsgericht einen Betreuer für Sie bestellen. Dieser Betreuer darf dann auch über eine etwaige Organspende entscheiden.

 

Welche Organe kann ich spenden?

Auf dem Organspendeausweis sind verschiedene vorformulierte Aussagen aufgedruckt, etwa ob der Nutzer bereit ist, nach seinem Tod Organe zu spenden. Diese Aussagen sind stark vereinfacht und gehen nicht auf persönliche Behandlungswünsche ein.

 

Wer bekommt meine gespendeten Organe?

Da weit mehr Personen auf ein Spenderorgan warten, als Organe verfügbar sind, gibt es eine Warteliste. Diese funktioniert nach einem Punktesystem. Welche Position ein Patient auf der Liste einnimmt, hängt hauptsächlich von der Wahrscheinlichkeit seines/ihres Überlebens ab. Andere Kriterien sind z.B. das Alter, die Blutgruppe, Gewicht und Gewebemerkmale des Empfängers.

 

Reicht es, wenn ich meine Haltung zur Organspende in meinem Testament angebe?

Nein. Für gewöhnlich werden die Verfügungen, die Sie im Testament treffen, erst viele Tage nach Ihrem Tod herangezogen. Dann ist es für eine Organspende aber schon zu spät. Wenn Sie Ihre Haltung zur Organspende schriftlich wirksam festhalten wollen, sollten Sie dies mit einer Patientenverfügung tun.

 

Funktioniert der Organspendeausweis?

Der Besitz eines Organspendeausweises wird in Deutschland nicht offiziell registriert. Damit der Organspendeausweis im Ernstfall auch „funktioniert“, beispielsweise nach einem Unfall, müssen Sie ihn zu jeder Zeit bei sich tragen. Das ist aufwändig und im Alltag nicht immer umsetzbar.

 

Warum reicht der Organspendeausweis nicht aus?

Ob Sie Ihre Organe spenden möchten oder nicht: Diese Entscheidung sollten Sie in jedem Fall schriftlich festlegen. Viele Menschen nutzten hierzu lediglich den Organspendeausweis – und gehen dadurch unbewusst hohe Risiken ein.

Im Organspendeausweis können Sie keine persönlichen Behandlungsgrenzen festlegen. Im äußersten Falle kann es geschehen, dass Sie eigens nur dafür Wiederbelebt werden, damit die Versorgung Ihrer Organe gewährleistet ist und diese zur Transplantation entnommen werden können.

 

Warum ist eine Patientenverfügung der bessere Organspendeausweis?

Um eine wirksame Festlegung zur Organspende abzugeben, benötigen Sie keinen Organspendeausweis. Jede schriftliche Festlegung, die medizinisch präzise ist, ist ebenso rechtsverbindlich für Ärzte.

Darum sind Sie mit einer DIPAT-Patientenverfügung besser beraten:

  1. Eine DIPAT-Patientenverfügung hält alle persönlichen Behandlungsentscheidungen fest, die im Zusammenhang mit einer Organspende wichtig sind.
  2. Sie deckt alle Leistungen des Organspendeausweises ab und mehr. Sie können ganz genau festlegen, welche Organe Sie spenden möchten oder nicht und müssen sich nicht, wie im Organspendeausweis, auf wenige Möglichkeiten reduzieren.
  3. Anders als ein Organspendeausweis kann eine DIPAT-Patientenverfügung zudem jederzeit online von Ärzten abgerufen werden. Sie müssen Ihre Dokumente also nicht jederzeit mit sich führen.

Der Organspendeausweis ist automatisch in der Patientenverfügung enthalten

Das Komplettpaket von DIPAT integriert den Organspendeausweis in Ihre persönliche Patientenverfügung. Mit der Patientenverfügung können Sie nicht nur darüber bestimmen, was mit Ihren Organen geschehen soll. Sie entscheiden auch darüber, welche medizinischen Behandlungen Sie erhalten möchten, falls Sie ihre Wünsche nicht mehr äußern können, z.B. weil Sie im Koma liegen.

Die DIPAT Patientenverfügung müssen Sie außerdem nicht extra in der Hosentasche herumtragen oder in einem “Notfall-Ordner” Zuhause ablegen. Ihre Patientenverfügung, inklusive Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Organspendeausweis wird ganz einfach online hinterlegt. Damit können Sie sie jederzeit einsehen. Und Ihre Ärzte auch.

 

Warum wird Ihnen mit einer DIPAT Patientenverfügung jeder Arzt dankbar sein?

Ob Sie nun Organe nach Ihrem Tod spenden möchten oder nicht, Sie sollten diese Entscheidung auf jeden Fall in Ihre Patientenverfügung aufnehmen. Diese Verfügung erleichtert es den Ärzten und Ihre Angehörigen, Ihren umfassenden Willen klar zu erkennen und umzusetzen.

 

Quelle:

1Organspende-Info

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