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Seniorin sichtet Unterlagen zuhause am Laptop

Patientenverfügung aufbewahren: Das sollten Sie wissen

10 min Lesedauer

4. Dezember 2019

Wer sich entscheidet, mit einer Patientenverfügung vorzusorgen, steht in der Praxis vor der Frage, wo und wie das Dokument aufbewahrt werden sollte. Das ist besonders wichtig, da die Festlegungen im Ernstfall so schnell wie möglich für Ärzte verfügbar sein müssen. Eine optimale Lösung hierfür bietet die Online-Hinterlegung: So kann medizinisches Personal jederzeit sofort den Willen des Patienten in Erfahrung bringen.

In diesem Artikel erfahren Sie:

Haben Sie keine Zeit, sich den ganzen Artikel durchzulesen? Dann können Sie auch unsere Zusammenfassung lesen.

 

Wo kann ich meine Patientenverfügung aufbewahren?

Wer eine Patientenverfügung erstellt, hat sich intensiv damit beschäftigt, was im Falle einer medizinischen Notsituation mit ihm oder ihr passieren soll. Das ist nicht leicht, aber gerade deshalb eine entscheidende Vorsorgemaßnahme, um im Ernstfall Angehörige zu entlasten und selbstbestimmt zu bleiben. 

Sobald die Verfügung unterschrieben wurde, stellt sich allerdings eine wichtige Frage: Wo kann das Dokument aufbewahrt werden, damit es in einer Notsituation so schnell wie möglich von Ärzten eingesehen werden kann? 

Wichtige Papiere können Zuhause im Notfallordner aufbewahrt werden

 

Viele Versicherer und Beratungsstellen, aber auch der Bundesverband Initiative 50 plus sowie das Deutsche Institut für Altersvorsorge empfehlen dafür sogenannte “Notfallordner”. Das sind Sammlungen von wichtigen Dokumenten und Informationen, die Angehörige im Notfall brauchen können, um die Angelegenheiten des Patienten zu verwalten. 

Unter anderem können die folgenden Unterlagen in solchen Notfallordnern hinterlegt werden (1): 

  • Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung,
  • Kontovollmacht und Informationen über die Finanzen,
  • Informationen über Verträge, Abonnements und Mitgliedschaften,
  • Testament, Bestattungsverfügung und Trauerverfügung,
  • Zugangsdaten und Passwörter für Internet-Accounts (2).

Man kann selbst solche Ordner zusammenstellen und wichtige persönliche Dokumente einsortieren. Es gibt aber auch die Möglichkeit, vorgefertigte Vorsorgemappen zu kaufen. 

Entscheidend ist, dass Ärzte schnell auf die Patientenverfügung zugreifen können

 

Grundsätzlich kann auch die unterschriebene Patientenverfügung in einer solchen Dokumentensammlung abgelegt werden. Kauft man einen Notfallordner, ist darin sogar meist standardmäßig ein Vordruck dafür enthalten. 

Aus medizinischer Sicht ist von der Nutzung dieser Vorlagen jedoch eindeutig abzuraten, da sie in der Regel nur allgemeine Handlungsanweisungen enthalten – das ist für die medizinische Praxis nicht präzise genug. 

Aber auch, wer eine medizinisch präzise Patientenverfügung besitzt und sie in so einem Notfallordner Zuhause schnell auffindbar verwahrt, sollte eines bedenken: 

Patientenverfügungen haben in dieser Dokumentensammlung eine Sonderposition. Denn anders als die anderen Informationen sind diese Verfügungen unmittelbar bei der Behandlung eines Patienten im Notfall relevant. 

Das bedeutet, dass im Ernstfall nicht die Aufbewahrung der Patientenverfügung Zuhause entscheidend ist, sondern vielmehr, wie medizinisches Personal Zugriff auf den festgeschriebenen Patientenwillen bekommt.

 

 

Wie können Ärzte im Ernstfall Zugriff auf das Dokument bekommen?

Werden Patientenverfügungen vorsorglich eingesehen, zum Beispiel, weil eine geplante Operation ansteht, können die Patienten das Dokument selbst mit ins Krankenhaus bringen. 

In medizinischen Notsituationen, wie etwa bei einem Unfall oder einem Schlaganfall, sieht das allerdings anders aus – dann ist der Patient in der Regel nicht mehr selbst handlungsfähig. 

Der Umweg: Vertrauenspersonen bringen die Patientenverfügung ins Krankenhaus

 

In solchen Fällen war es bislang üblich, dass Vertrauenspersonen wie Angehörige oder Freunde die Patientenverfügung mit ins Krankenhaus bringen. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um auf die Verfügung zuzugreifen. 

Zum Beispiel können sie…

  • … selbst eine Kopie des Dokumentes besitzten und über ihre eigenen Unterlagen darauf zugreifen,
  • … eine Kopie der Patientenverfügung bei einer externen Stelle wie dem Hausarzt (3) besorgen oder
  • … das Originaldokument aus der Wohnung oder dem Pflegeheim (4) des Patienten holen.

Der Weg über Dritte ist jedoch aus mehreren Gründen problematisch:

Zum einen geht wertvolle Zeit verloren, während die Angehörigen den Schock verkraften, die Verfügung besorgen und das Dokument, so es zeitnah auffindbar ist, ins Krankenhaus bringen müssen. Das ist besonders kritisch, wenn sehr dringende Behandlungen erforderlich sind, wie zum Beispiel bei einem Schlaganfall. 

Zum anderen kann diese Problematik noch verschärft werden, wenn die Kontaktpersonen im Ernstfall gar nicht erreichbar sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Angehörigen gerade verreist oder selbst erkrankt sind. 

Leider gibt es sogar Fälle, in denen „der Betreuer sich weigert, die Praxis oder das Krankenhaus aufzusuchen” (5). Das kann soweit gehen, dass bis zur eigentlichen Behandlung erst noch in einem Eilverfahren ein gesetzlicher Betreuer für den Patienten festgelegt werden muss – dann allerdings kann der Patient gar nicht mehr über sich selbst bestimmen.

Der sichere Weg: Ärzte können auch selbstständig Patientenverfügungen online abrufen

 

Der Zugriff auf Patientenverfügung über Dritte führt also in jedem Fall zu Verzögerungen im Behandlungsablauf. Im Schlimmstfall kann das bedeuten, dass die Wünsche eines Patienten bei den medizinischen Entscheidungen nicht beachtet werden können. Darunter kann die persönliche Lebensqualität des Patienten stark leiden.

Dank der Möglichkeiten, die durch die fortschreitende Digitalisierung der Medizin geschaffen werden, gibt es jedoch einen alternativen Weg, um Patientenverfügungen direkt für Ärzte bereitzustellen: Man kann das Vorsorgedokument auch online hinterlegen. Das hat einige entscheidende Vorteile:

  • Die Patientenverfügung ist rund um die Uhr online abrufbar, kann also auch am Wochenende, an Feiertagen oder Mitten in der Nacht sofort eingesehen werden.
  • Der Zugriff kann von überall her erfolgen. Das ist besonders wichtig, wenn ein Notfall unterwegs oder im Urlaub eintritt.
  • Die Verfügung kann nach wenigen Klicks abgerufen werden. So haben Ärzte auch in Akutsituationen wie bei einem Kreislaufstillstand noch genügend Zeit, die Wünsche des Patienten umzusetzen.

Durch diese direkte Verfügbarkeit unabhängig der zeitlichen und räumlichen Umstände können gefährliche Verzögerungen im Behandlungsablauf wirksam vermieden werden. 

Das ist nicht weniger als ein qualitativer Quantensprung bei der Behandlung von bewusstlosen Patienten. 

 

 

Wie kann ich meine Patientenverfügung online hinterlegen? 

Bei der Online-Hinterlegung wird die Patientenverfügung im Volltext digitalisiert, so dass die Festlegungen jederzeit von Ärzten eingesehen werden können. Diese Zugriffsart muss grundsätzlich von reinen Verweisen, wie sie ebenfalls online verfügbar sind, unterschieden werden.

Online-Verweise wie das Zentrale Vorsorgeregister bieten keinen Zugriff auf Inhalte der Patientenverfügung

 

Bis vor wenigen Jahren war die einzige Möglichkeit, die Patientenverfügung digital zugänglich zu machen, die Nutzung von Diensten wie dem Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. Das war bereits ein Fortschritt gegenüber analogen Verweisen wie Hinweiskarten im Portemonnaie oder Notizen zum Vorhandensein einer Patientenverfügung in der Krankenakte.

Ein wichtiger Unterschied zu Hinterlegungsdiensten ist allerdings, dass in Online-Verweisdiensten wie dem Zentralen Vorsorgeregister nur vermerkt wird, welche Vorsorgedokumente prinzipiell vorhanden sind. (6). Bei diesem Register begründet sich das im Speziellen aus dem Zweck, „Betreuungsgerichte über das Vorhandensein von Vorsorgeverfügungen zu informieren” (7). 

Daraus ergeben sich einige entscheidende Schwachpunkte: 

  • Ärzte erhalten keine Informationen zu konkreten Behandlungswünschen und sind nach wie vor darauf angeweisen, dass eine Vertrauensperson das Dokument ins Krankenhaus bringt. Dabei geht wertvolle Zeit verloren.
  • Die Qualität der hinterlegten Dokumente wird nicht überprüft. Das ist besonders relevant, da Patientenverfügungen dem Bestimmtheitsgrundsatz folgen müssen, also bestimmte Behandlungswünsche für bestimmte medizinische Situationen festlegen müssen. Das hat auch der BGH mehrfach bestätigt. 
  • Die Verfasser werden nicht an die Aktualisierung ihrer Vorsorgedokumente erinnert. Da sich sowohl die Rechtslage als auch die medizinischen Möglichkeiten immer weiter entwickeln und sich parallel dazu auch die Lebenssituation eines Verfassers stets verändern kann, können Patientenverfügungen schnell veralten.

Somit wird deutlich, dass auch Verweisdienste noch keine optimale Lösung für die sofortige Verfügbarkeit von Patientenverfügungen sowie die Gewährleistung der medizinischen Qualität im Ernstfall bieten.

Nur bei Online-Diensten wie DIPAT kann man die Patientenverfügung für Ärzte direkt abrufbar hinterlegen

 

Bei einer Online-Hinterlegung wird im Gegensatz zum Online-Verweis die Patientenverfügung im Volltext abgelegt. Das bedeutet, dass Ärzte im Ernstfall direkt den Patientenwillen in Erfahrung bringen können, ohne dass dabei wertvolle Behandlungszeit verloren geht. 

Eine solche Online-Hinterlegung bietet der ärztliche Online-Dienst DIPAT an. 

Zunächst können Nutzer des Dienstes mithilfe eines umfassenden Online-Interviews automatisch eine medizinisch präzise Patientenverfügung (inklusive Notfallkontakte, Organspendeausweis und Betreuungsverfügung) erstellen. Anschließend erfolgt die Digitalisierung des Dokumentes in drei einfachen Schritten:

  1. Die Nutzer drucken die Patientenverfügung aus und unterschreiben sie auf der letzten Seite persönlich.
  2. Die Nutzer scannen alle Seiten ihrer Patientenverfügung ein. Falls sie keinen Scanner haben, können sie DIPAT die Verfügung auch mit der Post schicken und das Unternehmen übernimmt die Digitalisierung.
  3. Die Nutzer laden alle Seiten ihrer Patientenverfügung in Ihrem Kundenkonto hoch. Anschließend ist das Dokument über den Notfallabruf einsehbar

Die hinterlegte Patientenverfügung ist selbstverständlich nicht für jeden frei zugänglich. Sie kann nur abgerufen werden, wenn man die beiden entsprechenden Zugangsdaten hat. In der Regel handelt es sich dabei um:

  • den persönlichen Abruf-Code des Nutzers und
  • die Versichertennummer des Nutzers.

Damit diese Informationen in einem Notfall auch für Ärzte sofort zur Verfügung stehen, erhalten die Nutzer außerdem einen Signalaufkleber für ihre Versichertenkarte. Durch den Aufkleber wird medizinisches Personal darüber informiert, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo und wie sie abgerufen werden kann. 

Der persönliche Abrufcode ist auf dem Signalaufkleber aufgedruckt und die Versichertennummer findet sich auf der Karte selbst. Da bei jeder Behandlung die Versichertenkarte aus Verwaltungsgründen stets eingelesen werden muss, ist eine sofortige Kenntnisnahme der Patientenverfügung möglich.

Wollen Sie die Lösung für medizinisch wirksame Patientenverfügungen von DIPAT (inklusive aller Zusatzleistungen wie Aktualisierungs-Erinnerungen und SMS-Alarm an hinterlegte Kontakte) selbst ausprobieren? Dann können Sie jetzt Ihre persönliche Patientenverfügung erstellen und das Dokument anschließend online hinterlegen. Alle Services können Sie 30 Tage unverbindlich testen. 

 

 

Zusammenfassung: 

Wer sich entscheidet, mit einer Patientenverfügung vorzusorgen, steht in der Praxis vor der Frage, wo und wie das Dokument aufbewahrt werden sollte. 

Viele Versicherer und Beratungsstellen empfehlen dafür sogenannte “Notfallordner”. Das sind Sammlungen wichtiger Dokumente und Informationen, die Angehörige im Notfall brauchen können, um die Angelegenheiten des Patienten zu verwalten.

Grundsätzlich kann auch die unterschriebene Patientenverfügung in einer solchen Dokumentensammlung abgelegt werden. Im Notfall ist jedoch entscheidend, wie medizinisches Personal Zugriff auf den festgeschriebenen Patientenwillen bekommt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Vertrauenspersonen bringen die Patientenverfügung ins Krankenhaus
  • Ärzte können die Patientenverfügungen selbstständig abrufen

Der Zugriff auf Patientenverfügungen über Dritte verzögert in der Praxis oft den Behandlungsablauf. Das führt im Schlimmstfall dazu, dass die Patientenverfügung nicht berücksichtigt werden kann. Durch eine Online-Hinterlegung des Dokuments im Volltext kann das jedoch wirksam vermieden werden. 

Einen solchen Service bietet der ärztliche Online-Dienst DIPAT an (inklusive weiterer Service-Leistungen wie der Erstellung einer medizinisch präzisen Patientenverfügung). 

Die Online-Hinterlegung des Dokuments erfolgt in drei einfachen Schritten, anschließend ist es per Notfallabruf direkt für Ärzte einsehbar. Dazu werden zwei Zugangsdaten gebraucht:

  • der persönliche Abrufcode des Nutzers 
  • die Versichertennummer des Nutzers 

Alle Informationen zum Abruf werden mit einem Signalaufkleber auf der Versichertenkarte angebracht. Da die Karte aus Verwaltungsgründen bei jeder Behandlung eingelesen werden muss, ist eine sofortige Kenntnisnahme der Patientenverfügung durch Ärzte möglich.

 

Autorin: Janine Kaczmarzik 

 

Zitate:

(1) erbmanufaktur.de 2019

(2) AVT Verbund 2019

(3) vgl. ERGO Direkt 2019

(4) vgl. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, zitiert nach ihre-vorsorge.de 2019

(5) Pramann 2018

(6) Bundesnotarkammer 2019a

(7)Bundesnotarkammer 2019b

 

Quellen:

AVT Verbund (2019): Notfallordner und Patientenverfügung. Es muss einfach sein. URL: https://www.businessportal24.com/de/notfallordner-und-patientenverfuegung-es-muss-einfach-sein.html (geprüft am 4. Dezember 2019)

Bundesnotarkammer (2019a): Inhalt der Registrierung. Die zur Vermeidung unnötiger Betreuungen erforderlichen Informationen zu Vorsorgeverfügungen. URL: https://www.vorsorgeregister.de/privatpersonen/inhalt-der-registrierung/ (geprüft am 4. Dezember 2019).

Bundesnotarkammer (2019b): Das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. AUF EINEN BLICK. URL: https://www.vorsorgeregister.de/ (geprüft am 4. Dezember 2019).

Erbmanufaktur (2019): Der Notfallordner – Vollmachten und mehr einfach zugänglich machen. URL: https://www.erbmanufaktur.de/notfallordner-notfallmappe-vollmachten-und-mehr-einfach-zugaenglich-machen/ (geprüft am 4. Dezember 2019)

ERGO Direkt (2019): Aufbewahrung der Patientenverfügung. Keine Zeit verlieren. URL: https://www.ergo.de/de/rechtsportal/vorsorgeverfuegung/patientenverfuegung/aufbewahrung (geprüft am 4. Dezember 2019)

Ihre Vorsorge [Hrsg.] (01.Oktober 2019): Mit Vollmacht Patientenverfügung ergänzen. URL: https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/mit-vollmacht-patientenverfuegung-ergaenzen.html (geprüft am 4. Dezember 2019)

Pramann, Oliver (2018): Betreuungsrecht: Worauf Ärzte im Alltag achten sollten. In: Deutsches Ärzteblatt. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/197553/Betreuungsrecht-Worauf-Aerzte-im-Alltag-achten-sollten (geprüft am 4. Dezember 2019) 

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