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Patientenverfügung aufbewahren

Wo & Wie sollten Sie Ihre Patientenverfügung hinterlegen?

Wer sich entscheidet, mit einer Patientenverfügung vorzusorgen, steht in der Praxis vor der Frage, wo und wie das Dokument aufbewahrt werden sollte. Das ist besonders wichtig, da die Festlegungen im Ernstfall so schnell wie möglich für Ärzte verfügbar sein müssen. Eine optimale Lösung hierfür bietet die Online-Hinterlegung: So kann medizinisches Personal jederzeit sofort den Willen des Patienten in Erfahrung bringen.

Wo kann ich meine Patientenverfügung hinterlegen?

Wer eine Patientenverfügung erstellt, hat sich intensiv damit beschäftigt, was im Falle einer medizinischen Notsituation mit ihm oder ihr passieren soll. Das ist nicht leicht, aber gerade deshalb eine entscheidende Vorsorgemaßnahme, um im Ernstfall Angehörige zu entlasten und selbstbestimmt zu bleiben.

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Wussten Sie? Im medizinischen Einsatzfall versagen Patientenverfügungen in über 90% der Fälle weil Sie medizinisch zu ungenau formuliert sind. Lesen Sie hier, warum Sie keine kostenlosen Vordrucke für Patientenverfügungen verwenden sollten.

Sobald die Patientenverfügung unterschrieben wurde, stellt sich eine wichtige Frage: Wo kann das Dokument hinterlegt und aufbewahrt werden?

Bedenken Sie bei der Frage danach, wo Sie Ihre Patientenverfügung hinterlegen, unbedingt folgendes:

  • Ihre Patientenverfügung muss im Ernstfall sofort für den behandelnden Arzt verfügbar sein.
  • Auch Sie als Ersteller der Patientenverfügung sollte einfachen Zugriff darauf haben, um beispielsweise schnell Änderungen vornehmen zu können.
  • Egal wo Sie gerade sind, ob zu Hause oder unterwegs - Sie sollten Ihre Patientenverfügung jederzeit bei sich haben.

Entscheidend ist, dass Ärzte schnell auf die Patientenverfügung zugreifen können

Grundsätzlich können Sie die unterschriebene Patientenverfügung in einem Notfallordner daheim ablegen. Sie haben außerdem die Möglichkeit eine Kopie davon an eine Vertrauensperson in Ihrer Nähe zu geben. In beiden Fällen sollten Sie allerdings selbst immer eine Information zum Vorhandensein Ihrer Patientenverfügung bei sich tragen.

Notfallordner oder Vertrauensperson - beide Möglichkeiten die Patientenverfügung zu hinterlegen haben einen entscheidenden Nachteil:

Patientenverfügungen haben unter allen Vorsorgedokumenten eine Sonderposition. Denn anders als die anderen Informationen ist eine Patientenverfügung unmittelbar bei der Behandlung eines Patienten im Notfall relevant.

Das bedeutet, dass im Ernstfall nicht die Aufbewahrung der Patientenverfügung Zuhause entscheidend ist, sondern vielmehr, wie medizinisches Personal Zugriff auf den festgeschriebenen Patientenwillen bekommt.

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Wie können Ärzte im Ernstfall Zugriff auf die Patientenverfügung bekommen?

Werden Patientenverfügungen vorsorglich eingesehen, zum Beispiel, weil eine geplante Operation ansteht, können die Patienten das Dokument selbst mit ins Krankenhaus bringen.

In medizinischen Notsituationen, wie etwa bei einem Unfall oder einem Schlaganfall, sieht das allerdings anders aus – dann ist der Patient in der Regel nicht mehr selbst handlungsfähig.

Der sicherste Weg: Ärzte können selbstständig Patientenverfügungen online abrufen

Dank der Möglichkeiten, die durch die fortschreitende Digitalisierung der Medizin geschaffen werden, gibt es einen alternativen Weg, um Patientenverfügungen direkt für Ärzte bereitzustellen: Man kann das Vorsorgedokument auch online hinterlegen. 

Das hat einige entscheidende Vorteile:

  • Die Patientenverfügung ist rund um die Uhr online abrufbar, kann also auch am Wochenende, an Feiertagen oder Mitten in der Nacht sofort eingesehen werden.
  • Der Zugriff kann von überall her erfolgen. Das ist besonders wichtig, wenn ein Notfall unterwegs oder im Urlaub eintritt.
  • Die Patientenverfügung kann nach wenigen Klicks abgerufen werden. So haben Ärzte auch in Akutsituationen wie bei einem Kreislaufstillstand noch genügend Zeit, die Wünsche des Patienten umzusetzen.

Durch diese direkte Verfügbarkeit unabhängig von der zeitlichen und räumlichen Umständen können gefährliche Verzögerungen im Behandlungsablauf wirksam vermieden werden.

Das ist nicht weniger als ein qualitativer Quantensprung bei der Behandlung von bewusstlosen Patienten.

Wie kann ich meine Patientenverfügung online hinterlegen?

Bei der Online-Hinterlegung wird die Patientenverfügung im Volltext digitalisiert, so dass die Festlegungen jederzeit von Ärzten eingesehen werden können. Diese Zugriffsart muss grundsätzlich von reinen Verweisen, wie es im Vorsorgeregister angeboten wird, unterschieden werden.

Online-Verweise wie das Zentrale Vorsorgeregister bieten keinen Zugriff auf Inhalte der Patientenverfügung

Ein wichtiger Unterschied zu Online-Hinterlegungsdiensten ist allerdings, dass in Online-Verweisdiensten wie dem Zentralen Vorsorgeregister nur vermerkt wird, welche Vorsorgedokumente prinzipiell vorhanden sind.

Daraus ergeben sich einige entscheidende Schwachpunkte:

  • Ärzte erhalten keine Informationen zu konkreten Behandlungswünschen und sind nach wie vor darauf angeweisen, dass eine Vertrauensperson das Dokument ins Krankenhaus bringt. Dabei geht wertvolle Zeit verloren.
  • Die Qualität der hinterlegten Dokumente wird nicht überprüft. Das ist besonders relevant, da Patientenverfügungen dem Bestimmtheitsgrundsatz folgen müssen, also bestimmte Behandlungswünsche für bestimmte medizinische Situationen festlegen müssen. Das hat auch der BGH mehrfach bestätigt.
  • Die Verfasser werden nicht an die Aktualisierung ihrer Vorsorgedokumente erinnert. Da sich sowohl die Rechtslage als auch die medizinischen Möglichkeiten immer weiter entwickeln und sich parallel dazu auch die Lebenssituation eines Verfassers stets verändern kann, können Patientenverfügungen schnell veralten.

Nur bei einem Online-Dienst wie DIPAT kann man die Patientenverfügung für Ärzte direkt abrufbar hinterlegen

Bei einer Online-Hinterlegung wird im Gegensatz zum Online-Verweis die Patientenverfügung im Volltext abgelegt. Das bedeutet, dass Ärzte im Ernstfall direkt den Patientenwillen in Erfahrung bringen können, ohne dass dabei wertvolle Behandlungszeit verloren geht.

Zunächst können Nutzer von DIPAT mithilfe eines umfassenden Online-Interviews automatisch eine medizinisch präzise Patientenverfügung (inklusive Notfallkontakte, Organspendeausweis und Betreuungsverfügung) erstellen. Anschließend erfolgt die Digitalisierung des Dokumentes in drei einfachen Schritten:

  1. Die Nutzer drucken die Patientenverfügung aus und unterschreiben sie auf der letzten Seite persönlich.
  2. Die Nutzer scannen alle Seiten ihrer Patientenverfügung ein. Falls sie keinen Scanner haben, können sie DIPAT die Verfügung auch mit der Post schicken und das Unternehmen übernimmt die Digitalisierung.
  3. Die Nutzer laden alle Seiten ihrer Patientenverfügung in Ihrem Kundenkonto hoch. Anschließend ist das Dokument über den Notfallabruf einsehbar.

Die hinterlegte Patientenverfügung ist selbstverständlich nicht für jeden frei zugänglich. Sie kann nur abgerufen werden, wenn man die beiden entsprechenden Zugangsdaten hat. In der Regel handelt es sich dabei um:

  • den persönlichen Abruf-Code des Nutzers und
  • die Versichertennummer des Nutzers.

Damit diese Informationen in einem Notfall auch für Ärzte sofort zur Verfügung stehen, erhalten die Nutzer außerdem einen Signalaufkleber für ihre Versichertenkarte. Durch den Aufkleber wird medizinisches Personal darüber informiert, dass es eine Patientenverfügung gibt und wo und wie sie abgerufen werden kann.

Der persönliche Abrufcode ist auf dem Signalaufkleber aufgedruckt und die Versichertennummer findet sich auf der Karte selbst. Da bei jeder Behandlung die Versichertenkarte aus Verwaltungsgründen stets eingelesen werden muss, ist eine sofortige Kenntnisnahme der Patientenverfügung möglich.

Wollen Sie die Lösung für medizinisch wirksame Patientenverfügungen von DIPAT (inklusive aller Zusatzleistungen wie Aktualisierungs-Erinnerungen und SMS-Alarm an hinterlegte Kontakte) selbst ausprobieren? Dann können Sie jetzt Ihre persönliche Patientenverfügung erstellen und das Dokument anschließend online hinterlegen. Alle Services können Sie 30 Tage unverbindlich testen.

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Janine Kaczmarzik bei DIPAT Die Patientenverfügung

Ein Beitrag von

Janine Kaczmarzik

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

M.A. Germanistik / Schwerpunkt Sprachwissenschaft. Expertin für Leichte Sprache.

Informiert unsere Kunden und die Öffentlichkeit über wichtige Fragen der Gesundheitsvorsorge und Patientenautonomie.

Zitate und Quellen

Zitate:

1 erbmanufaktur.de 2019

2 AVT Verbund 2019

3 vgl. ERGO Direkt 2019

4 vgl. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, zitiert nach ihre-vorsorge.de 2019

5 Pramann 2018

6 Bundesnotarkammer 2019a

7 Bundesnotarkammer 2019b

 

Quellen:

AVT Verbund (2019): Notfallordner und Patientenverfügung. Es muss einfach sein. URL: https://www.businessportal24.com/de/notfallordner-und-patientenverfuegung-es-muss-einfach-sein.html (geprüft am 4. Dezember 2019)

Bundesnotarkammer (2019a): Inhalt der Registrierung. Die zur Vermeidung unnötiger Betreuungen erforderlichen Informationen zu Vorsorgeverfügungen. URL: https://www.vorsorgeregister.de/privatpersonen/inhalt-der-registrierung/ (geprüft am 4. Dezember 2019).

Bundesnotarkammer (2019b): Das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. AUF EINEN BLICK. URL: https://www.vorsorgeregister.de/ (geprüft am 4. Dezember 2019).

Erbmanufaktur (2019): Der Notfallordner – Vollmachten und mehr einfach zugänglich machen. URL: https://www.erbmanufaktur.de/notfallordner-notfallmappe-vollmachten-und-mehr-einfach-zugaenglich-machen/ (geprüft am 4. Dezember 2019)

ERGO Direkt (2019): Aufbewahrung der Patientenverfügung. Keine Zeit verlieren. URL: https://www.ergo.de/de/rechtsportal/vorsorgeverfuegung/patientenverfuegung/aufbewahrung (geprüft am 4. Dezember 2019)

Ihre Vorsorge [Hrsg.] (01.Oktober 2019): Mit Vollmacht Patientenverfügung ergänzen. URL: https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/mit-vollmacht-patientenverfuegung-ergaenzen.html (geprüft am 4. Dezember 2019)

Pramann, Oliver (2018): Betreuungsrecht: Worauf Ärzte im Alltag achten sollten. In: Deutsches Ärzteblatt. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/197553/Betreuungsrecht-Worauf-Aerzte-im-Alltag-achten-sollten (geprüft am 4. Dezember 2019)