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Arzt und Krankenschwester verschwommen auf einem Gang im Spital

Mit diesen Tricks bereichern sich Kliniken

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20. Juni 2017 (aktualisiert am 20. Mai 2019)

„Mein ganzer Körper ist nur noch Schmerz. Die Schäden, die mir zugefügt worden sind, und das, was mir noch bevor steht, heißt lebenslänglich.“ sagt eine anonyme Patientin der WDR-Doku „Operieren und kassieren – Ein Klinik-Daten-Krimi“.

Sie ist dem Wettbewerb der Kliniken nach immer mehr teuren Operationen zum Opfer gefallen, weil Sie in Fulda lebt. Nirgendwo in Deutschland werden mehr Menschen am Rücken operiert als in Fulda und Umgebung.

Die erschreckende WDR-Doku schildert folgende Methoden, mit denen Ärzte und Kliniken enorme Zusatzeinnahmen generieren können.

 

Methode 1: Kooperationsverträge zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten

Niedergelassene Ärzte, die ihren Patienten eine OP empfehlen und diese in einer Vertragsklinik selbst operieren, bekommen von der Klinik einen Anteil an der Fallpauschale (diese wird von der Krankenkasse für die Behandlung gezahlt). Dadurch bekommt die Klinik mehr Patienten und der Arzt ein höheres Jahreseinkommen. Was sind das für Verträge, die einem niedergelassenen Arzt mehrere tausend Euro pro Operation zusichern? Es sind Abmachungen, die die Glaubwürdigkeit eines Arztes durchaus anzweifeln lassen.

 

Methode 2: Splitten von Operationen

Die Idee: Aus einer Operation werden viele Operationen gemacht, obwohl das nicht unbedingt notwendig wäre. Für jede Operation bekommt die Klinik von der Krankenkasse Geld. Es kann also nur im Interesse der gewinnorientierten Klinik liegen, möglichst viele Patienten möglichst oft zu operieren. Der WDR hat einen OP-Atlas für Deutschland erstellt, in dem Sie sehen können, welche Operationen in Ihrer Region besonders oft vorkommen.

Aktualisierungshinweis: Leider ist der OP-Atlas zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar.

 

Wie kann ich als Patient herausfinden, ob meine OP wirklich nötig ist?

Da gibt es nur wenige Möglichkeiten. Selbst bei Verdacht auf eine überflüssige Behandlung, bleibt Ihnen nicht viel mehr übrig, als bei der Krankenkasse nachzufragen oder eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. „Eine wirksame Kontrolle überflüssiger Operationen findet nicht statt“ so das Fazit der WDR-Doku.

 

Haben auch Sie eine Operation hinter sich, die gar nicht nötig gewesen wäre? Welche Erfahrungen haben Sie mit gewinnorientierten Kliniken? Teilen Sie Ihre Erlebnisse in den Kommentaren und helfen Sie dabei, andere Menschen aufzuklären.

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